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Wir machen Hammer-Unterricht! Mit Schulprojekten frühzeitig Nachwuchs gewinnen

Sach- und Fachthemen   |   14.10.2026

Am 12. September waren auch im letzten Bundesland die Sommerferien zu Ende, überall hat jetzt das neue Schuljahr gestartet. Und damit eine neue Saison für Schulprojekte. Den Auftakt bildete am 19. September der „Tag des Handwerks“, diesmal zum Thema „Karriere mit Gefühl“.

Schulprojekte gelten als ideale Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler schon vor dem Abschluss fürs Handwerk zu interessieren, sie kurzfristig für Praktika, langfristig vielleicht sogar für eine Ausbildung im Betrieb zu gewinnen. Eine tolle Chance für Unternehmen! Manche haben schon Routine, feste Partnerschulen und Termine. Andere möchten diese Form der Nachwuchsarbeit einmal kennenlernen und erproben. Für sie haben wir einige Informationen zusammengestellt.

Was sind Schulprojekte?

Zusammen mit Schülerinnen und Schülern realisiert ein Betrieb über mehrere Schulstunden oder tageweise ein gemeinsames Vorhaben. Die Kinder und Jugendlichen erhalten Einblicke in die Praxis, außerdem können sie auch etwas planen, ausprobieren und bauen oder gestalten.

Welche Formate sind üblich?

Das Spektrum reicht von Wissensvermittlung bis zu angeleiteter praktischer Arbeit:

  • Beiträge des Betriebs zu Veranstaltungen der Schule, zum Tag des Handwerks, Zukunftstagen.
  • Mitgestaltung von Unterrichtseinheiten in geeigneten Fächern, etwa durch Vorträge/Präsentationen, Verteilung von Material, kleine Übungen.
  • Mitwirkung an Berufsvorbereitungstagen für die Schüler.
  • Unterrichtsbegleitende Nachmittags-Projekte in Form einer „Werkstatt“, meist über mehrere Wochen.
  • Workshoptage, z. B. als „Ausflug“ (Betriebsbesichtigung, Baustellenbesuch).
  • Wochenend- oder Feriencamps für Schulklassen oder Neigungsgruppen.
  • Schülerwettbewerbe, selbst ausgerichtet oder in Form einer Beteiligung an Initiativen wie „MACH WAS!“.

Welche Inhalte soll man anbieten?

Beliebte Schul-Aufgaben sind zum Beispiel: Bau eines überdachten Fahrrad-Unter­stands, Lehr-Gewächshauses oder Pausen-Pavillons, Umgestaltung eines vorhandenen Dachs im Schulbereich – Garage, Schuppen usw. – durch Begrünung oder Solartechnik (Gruppenprojekte), Bau von Insektenhotels, Futterhäuschen (individuelle Projekte).

Eine sehr reizvolle Aufgabe kann sein, mit den Jugendlichen Modelle als Lehrmaterial für die betriebliche Ausbildung oder für die Kundeninformation zu entwickeln und auszuführen. So erlebt die Zielgruppe den Stoff im Detail und muss sich überlegen, wie man ihn für Gleichaltrige bzw. Laien verständlich aufbereitet und das Ganze handwerklich umsetzt.

Ebenfalls sehr wirksam ist, einzelne Praxis-Highlights herauszustellen, die Schülerinteressen besonders ansprechen. Beispiel: Unter dem Motto „Das fliegende Klassenzimmer“ Drohneninspektion von Dächern vorführen und die Bilder mit den Schulteams auswerten.

Wie plant man ein Schulprojekt?

Klärung des Bedarfs (welche Ausbildung bieten wir, wie viele Azubis brauchen wir?), Aufbau der Kontakte, Zielsetzung und Ressourcen:

  • Welches Bild des Unternehmens soll bei den Schülerinnen und Schülern hängen bleiben? Welche Art Resonanz will ich generieren?
  • Auswahl von in Frage kommenden Schulen. Kontaktaufnahme zunächst mit der Schulleitung, dann mit den Lehrkräften, vor allem der MINT-Fächer.
  • Bei Bedarf unterstützen Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft oder Initiativen wie „SchuleWirtschaft“ – von Vermittlung geeigneter Schulkontakte über Beratung bei der Projektgestaltung bis hin zu Begleitung der Kooperation.
  • Entwickeln der Projektidee, Zielgruppenbestimmung, Festlegung des Zeitrahmens, Ermittlung des Materialbedarfs, Klärung der Verantwortlichkeiten / Projektbetreuung: Wer im Team hat Lust und pädagogisches Talent, das Projekt zu begleiten? Kommen eigene Azubis als Botschafter dazu?

Wenn das Projekt konkret wird, kommt die Vorbereitung der Rahmenbedingungen hinzu: Sicherheitsfragen, Aufsicht, vertragliche Vereinbarungen, Maßgaben für die Auswertung und Dokumentation.

Was ist bei Durchführung und Nachbereitung wichtig?

  • Im Mittelpunkt sollten typische Tätigkeiten stehen. Ergänzend können Extras und Ausnahme-Aktivitäten Akzente setzen.
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen mit einer klaren Vorstellung von einer Ausbildung und den Karrieremöglichkeiten in meinem Betrieb nach Hause gehen – und gern auch mit einem selbstgebauten „Mitbringsel“.
  • Die generische „Werbung“ fürs Handwerk an sich also immer verbinden mit Botschaften, die die eigene Arbeitgebermarke herausstellen.
  • Eine Dokumentation des Projekts in den sozialen Medien zu posten (® Veröffentlichung von Bildern von Personen erfordert Genehmigung) verstärkt die Nachwirkung und spricht neue Interessenten an. Nach Möglichkeit außerdem örtliche Presse für Berichterstattung gewinnen.
  • Der didaktischen Nachbereitung des Projekts mit den Lehrkräften regelmäßige Kontaktpflege folgen lassen.
  • Über eine Schulkooperation tatsächlich Auszubildende zu akquirieren ist eine langfristige Angelegenheit. Kurzfristig lohnt sich solch ein Projekt aber dadurch, dass man geeignete Praktikantinnen und Praktikanten findet.

Kompetente Stellen wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Kammern und Verbände stellen online Infos, Leitfäden, Checklisten und Musterverträge zur Verfügung, die die Vorbereitung und Durchführung erleichtern und absichern. Bei Interesse sendet die NotizBlog-Redaktion gern eine  Liste mit ausgewählten Links.



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