Sommer 2026: Die Liedzeile „Du bist gut genug“ macht Furore, ein Sensationserfolg, national wie international. Der im Song gleich dreizehnmal wiederholte Refrain bringt nämlich auf den Punkt, was der jungen Generation mit am meisten zu schaffen macht: Selbstakzeptanz. Zu oft trifft ein hoher Anspruch an sich selbst auf tief sitzende Ängste, nicht zu genügen. Dazu kommen all die Bewertungen, Normen, Anforderungen, Rollenerwartungen in den sozialen Medien, im Freundeskreis, in Elternhaus, Schule und Ausbildungsplatz. Der Mutmach-Refrain hat da mal so richtig Druck rausgenommen.
Auch wer ausbildet, muss unbedingt auf das Thema Selbstwert eingehen. Zum einen, weil die mentale Gesundheit der Azubis mit zur Ausbildungsverantwortung und zu menschlich fairer Führung gehört. Zum anderen, weil die Berücksichtigung seelischer Befindlichkeiten Fehlzeiten und Abbruchquoten senkt, Motivation und Lernleistung verbessert – und letztlich das Arbeitsklima insgesamt.
Verlässlichkeit und Wachstumsfreiräume geben
Zu den wichtigsten Kraftquellen gehören die grundsätzliche Haltung, die sich den Azubis auch ohne große Worte mitteilt, sowie wertschätzender Austausch im Arbeitsalltag, der dem oder der Einzelnen Raum gibt. Ausgesprochen hilfreich sind hier regelmäßige kleine Teamroutinen, die den Nachwuchs auf Augenhöhe einbeziehen. Betriebe, die so etwas praktizieren, empfehlen beispielsweise Fallbesprechungen und machen gute Erfahrungen mit kollegialen Feedbackrunden, bei denen Lob/Tadel sowie Umsetzungs- oder Verbesserungsvorschläge auch vom Azubi-Team kommen statt immer nur von Vorgesetzten.
Üben, üben, üben – bis es Spaß macht!
Handwerkliche Sicherheit zu fördern hilft überraschend wirksam auch gegen seelische Unsicherheit. Jedes erfolgreiche fachliche Training stärkt auch innerlich. Besonders gut kommt an, wenn im Betrieb speziell entwickelte Übungseinheiten die üblichen Aufgabentypen ergänzen. Allein schon die Tatsache, dass Ausbildungspartner sich eigens etwas Besonderes überlegt haben, wertet das Üben erheblich auf. Wiederholungen, Einübung von Fertigkeiten, Steigerung von Präzision und Tempo werden gleich viel positiver empfunden. Routine zu entwickeln macht außerdem von Mal zu Mal selbstbewusster.
Genau zuhören, gelassen antworten
Befindlichkeiten werden gern in Jugendsprache-Buzzwords ausgedrückt. Meist sind es Übertreibungen, hier und da sogar Provokationen. Man sollte aber nie die Sprache beanstanden, sondern die so geäußerten Gefühle erst mal grundsätzlich anerkennen. Dann inhaltlich klären, was genau gemeint ist. So kann man am entspanntesten zu einer guten Reaktion finden. Wir nehmen mal drei gängige Trendausdrücke als Beispiele:
In einem früheren Blogbeitrag ging es mal um Resilienz als Notwendigkeit für betrieblichen Erfolg und Zukunftsfähigkeit. Wer die Resilienz aller Mitglieder des Betriebs stärkt, tut für die Einzelnen das Richtige UND für die Firma. Während einer Ausbildung bieten sich die besten Möglichkeiten, darauf hinzuführen – und so besonders verantwortungsbewusst zu führen.
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