Mehr Bewegtbild bringt mehr Bewerberresonanz: Das liest und hört man besonders in letzter Zeit ständig. Gern werden dann gute Klickraten und Likes auf YouTube, TikTok und Instagram angeführt. Aber schaut man näher hin, sind im Handwerk die Erfolgsquoten der allermeisten Video-Stellenangebote doch eher überschaubar. Onlinerecherchen ergaben, dass so manche Spots zum Teil weniger als einen Aufruf pro Woche erzielen. Selbst hohe Klickraten sind nicht unbedingt ein Zeichen für erfolgreiche Neueinstellungen. Andererseits ist absolut klar, dass die Kommunikation über sonstige Kanäle, etwa Anzeigen, Stellenportale, Baustellenbanner, audiovisuell ergänzt werden muss. Ohne Personalwerbung in 4D sieht man im digitalen Zeitalter wortwörtlich alt aus. Hinzu kommt: 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für den eigenen Betrieb interessant wären, sind derzeit gerade anderswo in Arbeit und suchen gar nicht aktiv. Man muss sie also dort ansprechen, wo sie in ihrer Freizeit unterwegs sind. Die sozialen Medien gehören daher unbedingt dazu.
Der wichtigste Rat, den Experten hier immer wieder geben, lautet: Personalwerbung medienübergreifend und langfristig anlegen, außerdem neben den medialen Aktivitäten stets weiterhin auch die direkte Ansprache pflegen (Veranstaltungen, Schulkooperationen, Messen usw.). Und man muss am Ball bleiben, denn es konkurrieren viele Arbeitgeber um wenige Fachkräfte. Offiziellen Zahlen zufolge sind derzeit 200.000 Stellen im Handwerk unbesetzt, davon 3.000 in der Dachdeckerei. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer gar nicht erst gemeldeter Stellen.
Selber machen: eher nicht
Der zweite wichtige Expertenrat: Mach es wie deine Kunden, die ihr Dach ja auch nicht selber decken – zieh Profis heran. Mit dem Handy gefilmte, spontane Baustellenszenen eignen sich sicherlich für die Facebook-Präsenz, aber holen fast nie gute Leute ins Haus. Hinzu kommt, dass eventuelle Kunden natürlich ebenfalls in den sozialen Medien unterwegs sind. Auch für sie will man bella figura machen. Mit Profileistungen steht man am besten da, vor allen Zielgruppen.
Personalmarketing-Dienstleister kritisch wählen
Gute Recruiting-Partner findet man am besten durch gezielte eigene Suche und persönliche Auswahl und sollte immer mehrere Anbieter vergleichen. Wichtige Auswahlkriterien sind Vorerfahrungen im Handwerk, kreativ überzeugende Fallbeispiele, gut dokumentierte Kunden-Referenzen und bewiesene Erfolge. Der Stil der gezeigten Arbeiten sollte zur eigenen Markenidentität passen (können).
Recruiting-Dienstleister müssen mehr als nur die Einzelleistung von Videoclip-Drehs beherrschen. Man braucht ganzheitliche Beratungskompetenz. Vielseitige Agenturpartner berücksichtigen alle Kommunikationskanäle und können die Clips in den Gesamtauftritt als Arbeitgeber einbetten.
Kompetente Gesprächspartner erfragen Zielvorstellungen, Zielgruppenprofil und Selbstverständnis, ehe ein kreativer Lösungsvorschlag erarbeitet wird.
Basics, die ein Personal-Clip immer bringen muss: authentische Einblicke in den Arbeitsalltag und das Miteinander im Team, nachvollziehbare Facts zu Vorteilen und Nutzen der Mitarbeit, Infos zu Extras, Aussagen zu den gelebten Werten und eine Ansprache auf Augenhöhe
Das Konzept sollte serienfähig sein und Fortsetzungen zulassen oder sogar sofort vorsehen. Wiedererkennung und wiederholte Appelle stärken die Werbewirkung, erhöhen Klickraten und Response (Likes, Kontaktaufnahme, Bewerbungen).
Worauf muss man beim Briefing achten?
Durchdachte Vorgaben unterstützen die Kreativpartner, erfolgversprechende Ergebnisse zu entwickeln: Clips sollten ein motivierendes Gefühl dafür vermitteln, wie es ist, in der Firma zu arbeiten. Sie sollen Geschichten erzählen statt bloß Fakten auflisten. Authentisch sein, echte Personen und Situationen zeigen, ungekünstelte Sprache im O-Ton, reale Aufgaben und Abläufe. Understatement kommt gut an und macht sympathisch. Hohe Bild- und Tonqualität sind sehr wichtig, die Musikuntermalung eher unaufdringlich halten. Versionen im Hochkant-Handyformat und Untertitel für Stummschaltung machen Clips mobiltauglich. Die Handlungsaufforderungen am Ende (call to action) müssen Interessierten eine schnelle und bequeme Kontaktaufnahme ermöglichen. Besonders entscheidend sind zwei Aspekte: die kommunikative Grundidee von Aufbau bzw. Handlung und die glaubwürdige Begründung für die Mitarbeit: „Das bekommst du so nur bei uns“. Haben die Kreativen ihren Job gemacht, darf man am Schluss gern auch mal das Team fragen: „Würdet ihr euch hier bewerben, wenn ihr diesen Clip gesehen habt?“
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