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Cool bleiben bei Kritik, Krisen, Konflikten - Team stärken für schwierige Kommunikation

Beratung & Service   |   25/06/24

Auf Baustellen herrscht nicht immer nur eitel Sonnenschein, weder was das Wetter angeht noch was Stimmung und Problemlösungen betrifft. Und weil Chefin oder Chef meist nicht vor Ort sind, ist so manches Mal das Team an vorderster „Schlechtwette­front“, wenn es ein Problem zu klären oder abzuwehren gilt. Da ist es absolut loh­nend, für solche Situationen in professionelle Kommunikationsschulungen zu inves­tieren, im Idealfall für alle Teammitglieder, die Vorarbeiter- und Führungsaufgaben auf den Baustellen wahrnehmen. So kann man ihnen den Rücken stärken, wenn man selbst nicht da ist. Sich seiner Sache sicherer sein zu können, hebt teamintern die Motivation. Nach außen vermittelt gute rhetorische Vorbereitung den Eindruck von mehr Professionalität. Außerdem werden typische Fehlreaktionen vermieden. Et­wa dass der oder die eine bei ungerechtfertigtem Tadel vielleicht mit zu viel Temperament und zu wenig Stil kontert. Oder dass jemand nur fachlich, aber nicht sprachlich durchsetzungsstark ist und Konzessionen macht, wo man hätte firm bleiben müs­sen. So oder so können nachteilige Folgen entstehen. Besser, man ist vorbereitet.

 

Bis sie ein Training oder Coaching absolvieren, kann man seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein paar praktische Kommunikationsregeln für den Fall von Disharmonien mit Architekten, Bauherren, Lieferanten mit auf den Weg geben. Zum Beispiel diese:

 

Erst mal checken, was Sache ist. Jede Problemlösung beginnt damit, dass man überhaupt mal Einigung darüber erzielt, was genau das Problem ist. Hör zu, lass dein Gegenüber ausreden, gib dann in eigenen Worten wieder, wie du das Gehörte verstanden hast. Wo es passt, frage nach, wie die oder der andere sich die Lösung vor­stellen würde. So zu- und nachzuhören zeigt, dass man seine Gesprächspartner ernst nimmt. Eine gemeinsam erarbeitete Problemdefinition entspannt außerdem die Situation.

 

Relax. Es ist nicht DEIN Problem. Selbst wenn jemand einen Fehler beanstandet, der in deinem Verantwortungsbereich entstanden ist, besteht das Vertragsverhältnis letztlich nur mit deinem Arbeitgeber-Unternehmen. Tritt innerlich zurück, lass dich nicht zu einer Entschuldigung, Verteidigung oder einem Dementi nötigen. Niemand hat das Recht, dich zu bedrängen und ein wie auch immer geartetes Eingeständnis einzufordern.

 

Mach klar, dass es geregelt wird. Du arbeitest bei einer fachlich guten, korrekten und verlässlichen Firma. Wir haben Werte, auf die du dich berufen kannst. Sage umgehende interne Klärung zu und versprich, dass eine zufrieden stellende Lösung gefunden wird. So ist dein Gegenüber sicher, dass wir uns kompetent kümmern. Das nimmt gleich Druck raus.

 

Möglichst schon mal Möglichkeiten nennen. Wenn ein Problem in deinem fachlichen Kompetenzbereich aufgetreten ist, kannst du eventuell schon mal ein paar Lösungsoptionen skizzieren, natürlich noch ganz unverbindlich. Sag zu, dass genauere Abstimmung, Entscheidungsvorschläge für einen Lösungsansatz und Umsetzung bald folgen. Vertagen hilft übrigens auch, wenn der Vorwurf fachlich eigentlich völlig unberechtigt war, weil das in einer akuten Konfliktsituation kaum jemand einsehen kann.

 

Fang am besten gleich mal an. Es entspannt die Situation sehr, wenn das Problem sofort einer zuständigen und mit dem Auftrag vertrauten Person im Betrieb übermittelt wird, je nach Unternehmensgröße den vorgesetzten Führungskräften oder der Firmenleitung. Deine „Kontrahenten“ erkennen so, dass du asap handelst. Aber lass niemand Zeuge deiner internen Berichterstattung werden, damit du dich wirklich frei äußern kannst.

 

Abperlen lassen. Aufgeregte Leute sagen Sachen, über die man sich aufregen kann, das weiß man ja. Lass das nicht zu, verzichte auf Gefühlsreaktionen, sag lieber weniger als mehr, bleibe deinerseits immer höflich und wertschätzend im Ton. Beliebte Beschwichtigungen wie „regen Sie sich doch nicht so auf“ bringen nichts, weil sie indirekt bloß bewerten, wie der andere sich verhält.

 

Nichts mit nach Hause nehmen. Wenn du eine Lösungsidee über Nacht auch nochmal selber durchdenken möchtest, dann gönn dir die Zeit, etwas auszutüfteln. Schreib deine Gedanken auf und zieh dann innerlich einen Schlussstrich. Die Auseinandersetzung soll dich nicht in den Feierabend begleiten. Er gehört dir und deiner Erholung.



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