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Future meets Flair Dachdecker: Die wahren Klimaaktivisten – und die letzten Abenteurer

Sach- und Fachthemen
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03/19/2024
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Medienberichte über engagierten Natur- und Klimaschutz, technische Innovationen, sportliche Leistungen, kühne Kletterkünste verfolgen wir mit Bewunderung. Und merken gar nicht, dass so etwas nicht nur ab und an in bedrohten Biotopen, schicken Stadien und fernen Gebirgslandschaften stattfindet, sondern Tag für Tag gleich um die Ecke: auf den Baustellen im Land. Denn da sind Dachdeckerinnen und Dachdecker in Aktion, arbeiten mit Grips und Genauigkeit, Mut und Muckis, körperlicher und fachlicher Fitness daran, die Welt und das Wohnen darauf ein bisschen nachhaltiger und zukunftsfähiger zu machen. Hoch oben einen guten Job abliefern, im Einsatz für eine gute Sache: Das gehört bei der Dachdeckerei zum Kern – und macht sie zu einem ganz besonderen Beruf. Zünftig, zeitgemäß, zukunftssicher und dazu oft einfach richtig cool.

 

Beruf: Zukunft möglich machen

 

Wie sehr Nachhaltigkeit die Dachdeckerei prägt, macht ein Blick auf die vielen verschiedenen Bereiche deutlich, in denen dieses Handwerk mit Ressourcenschonung und aktiven Beiträgen zu Natur- und Klimaschutz befasst ist.

 

Das fängt an bei den typischen Baumaterialien, von denen viele aus der Natur stammen und / oder fürs Recycling geeignet sind. Holz und Holzwerkstoffe gehören dazu, Schiefer und Ton für die Ziegel, Metalle, die man praktisch zu 100 Prozent wiederverwerten kann, zunehmend auch Recycling-Baustoffe. Das zweite wichtige Aktionsfeld ist die Dämmung. Deren Klimaschutzwirkung ist enorm! Und da ist nicht etwa nur das Raumklima gemeint. In Deutschland entsteht nämlich fast ein Drittel der Treibhausgasemissionen durch Gebäude; Dämmen reduziert diese Prozesse erheblich. Untersuchungen des Forschungsinstituts für Wärmeschutz im Auftrag des Bundesumweltministeriums wiesen nach: Durch Dämmung ließen sich die jährlichen Emissionen im Gebäudesektor um etwa 108 Millionen Tonnen Kohlendioxid reduzieren.

 

Der dritte Bereich, in dem sich das Gewerk als Nachhaltigkeits-Schrittmacher bewährt, ist die Solartechnik, für die in der Regel auch die Dachdeckereien sorgen. Sowohl Stromerzeugung durch Photovoltaik als auch Warmwasserbereitung und Heizung durch Solarthermie senken den Verbrauch von fossilen Brennstoffen erheblich.

 

Viertens schafft die Dachdeckerei wortwörtlich wieder mehr Platz für die Natur: Wir installieren nachhaltige oder sogar bepflanzte Fassaden, bauen Gründächer und Dachgärten. An fünfter, aber durchaus nicht letzter Stelle steht der Beitrag der Dachdeckerei zur Bestandserhaltung. Die Instandhaltung, Reparatur und Sanierung von Dächern und Fassaden verlängert die Nutzungsdauer vorhandener Gebäude. Erhalt von Vorhandenem statt Abriss und Neubau bedeutet deutlich weniger Energiebedarf und Materialverbrauch.

 

Über den Dächern bodenständig? Geht.

 

Fragt man den Nachwuchs in Dachdeckerbetrieben nach den Gründen, warum der Beruf gewählt wurde, wird zwar regelmäßig die Nachhaltigkeit genannt. Aber mindestens ebenso häufig eine ganz andere Form von Naturbezug: die Freude daran, draußen an der frischen Luft zu arbeiten, mit besonderem Körpereinsatz, mit Weitblick bis zum Horizont und mit einer durchaus mal ganz erholsamen Distanz zum Alltagsgeschehen.

 

Gerade junge Leute, die sich als „geerdet“ (wahlweise auch als „down to earth“) bezeichnen würden, wissen die Arbeit in der Höhe zu schätzen. „Man kriegt einfach den Kopf frei“, heißt es anerkennend. Wer bei der Arbeit über sich nur noch die Wolken hat, fühlt sich verbundener mit der Natur. Ohne jede Sentimentalität finden es viele romantisch, morgens hoch droben die Sonne aufgehen zu sehen: „Da ist man mit sich und der Welt im Reinen, legt gleich mit mehr Schwung los.“ Ebenfalls besonders geschätzt wird, dass in der Dachdeckerei der gute Zusammenhalt so eine große Rolle spielt. „Selber verlässlich sein und sich verlassen können – das macht für mich gute Arbeit aus. Wir stehen füreinander ein. Diesen Teamgeist möchte ich nicht missen.“


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