Wohnen: Das Dach über dem Kopf ist nie „out“

Trends und Tendenzen von heute und für morgen

Dass es zu Hause am schönsten ist, galt wohl schon zur Zeit der Höhlenmenschen. Und so wird es sicher auch noch sehr lange bleiben. Aber in was für Gebäuden man sich künftig zu Hause fühlen wird, ändert sich gerade gewaltig! Wir haben die wich­tigsten Trends für Sie zusammengestellt.

Helfende Häuser, denkende Dächer

Smart home, das intelligente Haus, digitalisiertes Wohnen, predictive maintenance, Wohnungen mit Assistenzsystemen – viele Stichwörter und Innovationen rundum einen zentralen Sachverhalt: Die Funktionalität von Gebäuden wird künftig immer mehr technische Unterstützung erhalten und die Bewohner erheblich entlasten. Das reicht von Weiterentwicklungen der bereits jetzt möglichen Smartphone-Steuerung von Beleuchtung, Heizung und Kameraüber­wach­ung über Assistenz-Konzepte, die es Senioren ermöglichen sollen, länger unab­hän­gig in den eigenen vier Wänden zu leben, bis hin zu ausgeklügelten Sicherheits- und Wartungseinrichtungen. So sollen zum Beispiel Sensor-Dachsteine Warnsignale geben, wenn Wettereinfluss ihre Posi­tion verändert oder das Dach beschädigt hat.

Immer mehr Gebäudeteile und Elemente werden sich zudem relativ autonom um das Wohl der Hausbewohner und den Schutz des Heims kümmern. Bereits jetzt sind sehr komfortable Lösungen verfügbar. Etwa Dachflächenfenster, die sich zu vorgegebe­nen Zeiten zum Lüften öffnen, sich bei Regen automatisch schließen und bei Hitze den Rollladen herunterfahren, damit sich die Räume darunter nicht aufheizen. Ihr 100 TOP-Dachdecker informiert Sie gern, was alles heute schon möglich ist!

Kleinere Räume, aber mehr Frei-Räume

Bereits seit einigen Jahren ist ein Trend zu Minimalismus zu beobachten. Sowohl urbane Wohnanlagen mit Mikro-Apartments in den Metropolen als auch mobile „Tiny Homes“, die nicht nur in städtischen Ballungsräumen, sondern auch gern auf dem Land aufgestellt werden, feiern das Prinzip radikaler Reduktion.

Schon heute werden vielerorts Wohnanlagen mit cleveren Kombinationen aus klei­nen „Raumwunder“-Individualwohnungen und attraktiven großen Gemeinschaftsbe­reichen gebaut. Der persönliche Rückzugsraum ist perfekt mit Multifunktionsmöbeln ausgestattet und natürlich voll vernetzt, aber sehr kompakt. Das ungestörte Privatle­ben findet also nur auf wenigen Quadratmetern statt. Gleichzeitig ist aber ausrei­chend bemessener, mit anderen Personen geteilter Platz in kollektiv nutzbaren halb-öffentliche Räumen zur Verfügung. Sie bieten viel Komfort, den man dann zwar nicht für sich alleine hat, aber eben auch nur anteilig bezahlen muss. Und von der Super-Wohnküche über Büros und Gästeunterbringung bis hin zum Fitnessbereich hat man alles direkt vor der Wohnungstür.

Die Natur mit in solche Wohnkonzepte einzubeziehen, ist ein wichtiges Anliegen. Doch nur selten stehen große Grundstücke für kollektive Gärten zur Verfügung. Die Lösung: Kreative Gründachanlagen, die zum Teil auch von den Hausbewohnern für die Selbstversorgung bewirtschaftet werden. Ein reiches Betätigungsfeld für die Ideen und das Können von einschlägig qualifizierten Dachdeckern!

Die Dächer werden immer schöner

Umfragen haben ergeben, dass das klassische Steildach noch lange der Favorit der Bauherrinnen und Bauherren bleiben wird. Aber gleichzeitig zeichnen sich deutlich zwei neue Trends ab: mehr Material- und Gestaltungsvielfalt und eine verstärkte Kombination von Look und Leistung.

Beispiele für den erstgenannten Trend sind die deutliche Zunahme an Eindeckungs­materialien, Farben und Formen sowie größere architektonische Vielfalt. Übrigens öfter als bisher auch wieder mit Vorliebe für organische, geschwungene Formen.

Der zweite Trend äußert sich vor allem darin, dass man dem Erscheinungsbild des Dachs wieder mehr Aufmerksamkeit widmet. Es werden Lösungen bevorzugt, bei denen die Optik im Vordergrund steht und Funktionalitäten weitgehend unsichtbar sind. Ein Beispiel, das bereits in einem der letzten Notizblock-Beiträge Erwähnung fand: Solartechnische Elemente sollen sich künftig harmonisch in die Dachgestaltung einfügen, der technische Zweck möglichst nicht mehr auffallen.

Auch eine betont gepflegte Ästhetik spielt eine größere Rolle. Das Spektrum ist breit gefächert. Puristen legen Wert auf blankes Metall oder Dachsteine mit Lotuseffekt-Oberfläche, die Feuchtigkeit perfekt abperlen lässt und Ablagerungen oder Bewuchs keine Haftmöglichkeiten bietet. Wer das Ursprüngliche bevorzugt, entscheidet sich für Naturmaterialien, etwa Ziegel, gern auch in mediterranem Stil.

Das Dachdeckerhandwerk hat viel, viel Zukunft

Längst befassen sich futuristisch anmutende, aber inzwischen sehr reale Konzepte und Verfahren mit der Automatisierung des Bauens. Schon seit etwa 20 Jahren gibt es Roboter, die Häuser errichten können. Vor allem in Asien ist der automatische Hochhausbau mit Fertigteilen weit fortgeschritten. Auch Bauten aus 3D-Druckern sind keine Utopie mehr. Könnte automati­siertes Bauen einen Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels leisten? Ja und nein, antworten Experten. Das qualifizierte Handwerk kann entlastet, aber nicht ersetzt werden. Schon allein die Tatsache, dass jedes Grundstück anders ist, setzt der Automatisierung Grenzen, denn sie lebt stark vom Zusammensetzen von standardisierten Modulen. Und auch für die individuelle Dachgestaltung durch flexible, kunstfertige Problemlösungen bleiben Fachkräfte unver­zichtbar. Damit sie sich verstärkt auf solche wichtigen Tätigkeiten konzentrieren kön­nen, werden sie zuneh­mend Unterstützung von Assistenzrobotern erhal­ten. Bestimmte riskante Arbeiten, etwa die Inspektion schwer zugänglicher, extrem hoher oder einsturz­gefährdeter Dächer, erledigen die Betriebe schon heute mit kleinen Flugrobotern, besser bekannt als Drohnen.

So wird auch künftig erhalten bleiben, was bereits heute zu den am meis­ten ge­schätzten Leistungen des Dachdeckerhandwerks zählt: detailgenaue Gestal­tungen in höchster handwerklicher Qualität zu schaffen, die Wünsche erfüllen und sich indi­viduell ebenso an die Bedürfnisse der Auftraggeber wie an die Gegeben­heiten von Material und Baustelle anpassen. Man kann sich nur schwer einen Roboter vorstellen, der mit Feingefühl das Potential eines Schiefersteins er­fühlen und ihn dann gezielt so zurichten kann, dass er perfekt das Gesamtbild eines Dachs von unverwechselbar eigenständigem Charakter abrundet…