Wie wollen wir leben, wie werden wir wohnen?

Prognosen und Visionen, Tendenzen und Trends 2022

„In den vergangenen Jahren haben die Themen Bauen, Wohnen und Gestalten von Räumen, außen wie innen, eine dramatische Renaissance erlebt. Die Beschäftigung mit dem, was uns die allermeiste Zeit dieses Daseins umgibt, gewinnt kontinuierlich an Bedeutung“, meldet das Zukunftsinstitut. Auch andere Trendforschungseinrichtungen bestätigen diese Analyseergebnisse und Voraussagen. Anders als früher betrifft diese dynamische Entwicklung zudem nicht nur einzelne Sektoren, sondern übergreifend alle Baubereiche und Themengebiete. Dazu gehören zum Beispiel die Gestaltung von Landschaften, Städten und Verkehrswegen, der Wandel der Wohnkultur und der sozialen Nutzung unserer Lebensräume, mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, technische sowie architektonische Aspekte, innovative Baustoffe und last but not least auch Kreatives, Stil- und Designfragen. All das macht die Beschäftigung damit so spannend wie noch nie – und das Dachdeckerhandwerk mehr denn je zu einer unglaublich vielseitigen Zukunftsbranche.

Im Mittelpunkt des Interesses von Bauherrinnen und Bauherren, Eigenheimbesitzern und Mietimmobilienbetreibern stehen dabei natürlich vor allem die praktischen Aspekte. Was ist heute wie morgen alltagsgerecht, was macht Möbel, Module, Grundrisse, Räume, Gebäude, Dächer zukunftssicher? Welche Materialien soll man verwenden, welche Veränderungen bringen sinnvolle Verbesserungen, wie richte ich mich nicht nur für morgen, sondern auch auf morgen ein? Die Forscher können hier einige hochinteressante Antworten geben:

 

Leben mit den Elementarkräften

Da Extremlagen zunehmend das Wettergeschehen bestimmen werden, müssen wir uns verstärkt – und das heißt: verstärkend – darauf einrichten. Gebäude, die standhalten, im besten Falle sogar die Nachteile des Wetters in Vorteile verwandeln, bieten die größte Sicherheit und damit Zukunftssicherheit. Idealerweise ergänzt man diese Vorteile dann noch durch weitere Eigenschaften und Einrichtungen, die den Nutzwert erhöhen und/oder den Ressourcenverbrauch senken.

Im Dachsektor verwandelt Solartechnik gleißenden Sonnenstrahleneinfall in Warmwasser und Strom. Besonders recyclingfreundliche Metalldächer bewähren sich als hoch belastbare Schutzschilder, trotzen gesteigertem Windsog und setzen Designakzente. Gründächer schirmen natürlich gegen überhöhte Temperaturen wie gegen Starkregen ab, nutzen die Niederschläge zudem für Wachstum der Begrünung, sparen je nach Jahreszeit Heizenergie oder Klimaanlage und verbessern sogar draußen noch die Luft. Nur drei der vielen Möglichkeiten, die schädlichen Einwirkungen elementarer Naturkräfte zu mindern und sinnvolle Zusatznutzen zu schaffen. Wer bauen, renovieren, modernisieren will, bekommt bei den Experten von 100 TOP guten Rat und eine Dachausführung, die hält und dazu noch schön aussieht.

 

Zurück zur Natur

Wie sehr Holz als Baustoff im Trend ist, darüber haben wir ja schon ab und an in diesem Blog berichtet, denn ständig tut sich hier Neues. Nach Auswertung aktueller Trendstudien möchten wir es an dieser Stelle aber nochmals unterstreichen: Das natürliche, nachwachsende Material wird trotz Lieferengpässen und entsprechendem Preisboom eines der am meisten nachgefragten Materialien für zukunftsorientiertes Bauen bleiben. Und das wohl auf lange Sicht, sagen die Prognosen. Kein Wunder, der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ja bekanntlich aus der Forstwirtschaft! Und außerdem schwinden andere Bau-Ressourcen immer mehr. Sand zum Beispiel, unverzichtbar für die Herstellung von Glas, Beton, Zement, Verfüllungen und Fundamentstrukturen, ist in einigen Regionen der Erde schon ein rares Gut. Bereits 2019 mahnten die Vereinten Nationen den Erhalt bedrohter Sandreserven an.

Und wenngleich die Knappheit mineralischer Rohstoffe bei uns derzeit eher Lieferengpässen als einer Mangelsituation geschuldet ist, sind wir gut beraten, kurz-, mittel- und langfristig nachwachsenden Baustoffen den Vorzug zu geben. Da ist Holz der Top-Kandidat und natürlich auch 100 TOP-Kandidat! Im Dachhandwerk entstehen daraus zum Beispiel Dächer und Vordächer, Fassaden, Anbauten und Ausbauten, Carports und Pergolen. Interessante neue Zuschnitte, Veredelungsverfahren, Verarbeitungstechniken geben dem altbekannten Material noch mehr Nutzwert und gestalterische Vielfalt. Bohlen und Schindeln bleiben, werden aber durch viele Variationsmöglichkeiten ergänzt. Heutzutage sind selbst Klinker aus Holz verfügbar.

Weitere wichtige Baustoffe aus der Natur sind Sisal und Hanf, Kork und Kokos für die Dämmung, Schilf/Reet und Schiefer für Eindeckungen, Naturstein für Wege und Terrassen, Lehm und Kalk für die Fassaden. Die hohe Recyclingfähigkeit macht außerdem – wie schon erwähnt – Metalle zu Materialfavoriten für zeitlos-zukunftssichere, nachhaltige Dächer sowie Wandbekleidungen.

 

„Wir“ statt Gier

Wie so oft hat es auch diesmal die Modewelt als eine der ersten Wirtschaftssphären vorgemacht: Der einst übliche Konsumrausch mit seinem typischen Kaufen-Tragen-Wegwerfen-Rhythmus ist absolut out. Günstig produzierte Fast Fashion, bei der im schnellen Takt Bekleidung be- und alsbald entsorgt wird, gibt es zwar noch, aber sie wird zunehmend massiv abgelehnt. Immer mehr setzen sich Auftragen und Aufpeppen, Upcycling und Upstyling, Second Hand, Tausch- und Miet- bzw. Leihsysteme durch. Vintage ist sogar so sehr Kult, dass inzwischen selbst die ganz großen internationalen Luxuslabels eigene Shops mit so genannter „pre-loved“ und „pre-owned“ Ware aufziehen, um mit von dieser Entwicklung zu profitieren.

Eine ähnliche radikale Veränderung zur Vermeidung von Abfall und Verschwendung ereig­net sich im Lebensmittelsektor. Man nutzt die pflanzlichen und tierischen Rohwaren „von der Wurzel bis zu Knospe, Blatt und Blüte“ und „von Schnauze bis Schwanz“ aus, veredelt nicht verkaufsfähige Agrarprodukte, verteilt Waren aus Überproduktion und Reste, teilt Mahlzeiten.

Teilen und Tauschen statt Kaufen und Haben: Die Sharing-Ökonomie erfasst immer mehr Lebensbereiche. Auch auf die Entwicklung von aktuellen Wohnformen hat dieser Geisteswandel erheblichen Einfluss:

Immer beliebter werden bereits seit Jahren Mehrgenerationenhäuser. Und immer öfter wohnt man dort nicht unbedingt nur in der klassischen Familienkonstellation Großeltern-Kinder-Enkel. Auch andere Verwandtschaftsgrade sowie frei organisierte Kombinationen älterer und jüngerer Hausbewohner finden sich zusammen. Das Konzept setzt auf gegenseitige Unterstützung: Ältere werden durch Alltagsdienstleistungen wie Fahrten, Einkauf etc. unterstützt, übernehmen andererseits Verantwortung für die Betreuung von kleinen Kindern, Haus und Garten. Mehrgenerationenhäuser bestehen dabei aus klassischen separaten Wohneinheiten, ergänzt durch zusätzliche gemeinsame Räume für alle Bewohner.

Als Mehrgenerationen-Alternative entstehen im Ausland immer mehr Wohnparks mit individuellen „Tiny Homes“ (Kleinst-Apartments oder Häuschen), die sich um Gemeinschaftseinrichtungen gruppieren. Inwieweit sich dieser Trend auch in Deutschland durchsetzen kann, hängt nicht zuletzt davon ab, welche stadtplanerischen und baurechtlichen Rahmenbedingungen die Politik schafft. Attraktiv sind solche Modelle jedenfalls, das merkt man an der Resonanz, etwa in den Sozialen Medien.

 

Eine stärkere Auflösung des konventionellen „Eigene vier Wände“-Denkens findet sich im Modell des kollaborativen Wohnens. Man verzichtet hier noch mehr auf persönlichen Besitz. Schlüsselwort ist „Shareness“, zusammengesetzt aus „Sharing“ – Teilen, „Awareness“ – Achtsamkeit, „Wellness“ – Wohlbefinden. Wohnen wird dezentral, ergänzt Individualität durch ein Gemeinschafts- und Gruppenerlebnis im Gebäude oder Quartier. Zwar gibt es noch private Rückzugsräume, aber deren Ausstattung beschränkt sich auf das Notwendigste. Das gilt zum Beispiel auch schon für die Mahlzeitenbereitung: Manchmal gibt es statt einer Küche nur noch eine kleine Pantry-Ecke. Für größere Mahlzeiten wird wahlweise eine externe Communityküche genutzt, ein Lieferdienst beauftragt, ein Restaurant besucht oder ein gemeinschaft­liches Kochevent organisiert. Auch Kombinationen aus Hotel, Work Spaces, haus­halts­nahen Dienstleistern (Wäscherei etc.), Freizeiteinrichtungen und Geschäften verzeichnen erhöhte Nachfrage. Vor allem jüngere, beruflich sehr mobile Menschen schätzen diese außerordentlich flexible Art der Lebensgestaltung.

Kennzeichnend für beide Varianten ist die Auflösung der konventionellen Grundrisseinteilung. Sie wird gern ersetzt durch intelligente Einraum-Lösungen mit kreativen, variablen Nutzungsmöglichkeiten.

 

Kollektives Wohnen nach dem Motto „Alle unter einem Dach“ – in unserem Be­richt über Co-Living schon einmal ausführlicher vorgestellt – bringt natürlich auch für die Dachdeckerei interessante neue Herausforderungen und Projektarten mit sich. Besonders häufig werden Bestandsgebäude für solche Zwecke umgewidmet, Neubauten sind (noch) selten. Zu den Dachdeckerei-Aufgaben gehören daher vor allem Modernisierungen, Dachgeschossaus- und umbauten sowie die Schaffung von Gemeinschaftseinrichtungen auf entsprechend erschlossenen Dach- und Terrassenflächen. Einige typische Beispiele:

  • Umwandlung eines ungenutzten Flachdachs in einen Freiluft-Begegnungs­raum für die Hausgemeinschaft und ihre Gäste, ergänzt durch eine überdachte Außenküche.
  • Ausbau des ehemaligen Dach­bodens einer städtischen Mehrfamilien-Alt­bauimmobilie, gestaltet als Kombi­nation von Appartement-Teil und Sozialräumen.
  • Erweiterung der Terrassen­situation eines Mehrfamilienhauses durch einen Wintergarten-Anbau als Aufent­haltsraum für Gemeinschaftsaktivitäten.
  • Bau eines grünen Dachgartens, der mit zur Versorgung der Hausbewohner beiträgt.
  • Schaffung einer „Outdoor Living Zone“ mit Terrassenlandschaft, Pergolen und Pool.

Kurzum: Wer in dieser Richtung Pläne hat, für die es kreative Partner braucht, ist bei 100 TOP-Betrieben genau richtig.

 

Wandelbar ist wunderbar

Was der oben geschilderte Trend als „Wohnen in Zonen“ schon auf der Grundrissebene vorzeichnet, setzt sich auch in der Innenarchitektur und Möblierung fort: Modulare Lösungen sind gefragt und angesagt. Ausbauten werden damit attraktiver denn je. Auch hier gehört unser Dachdeckerhandwerk zu den Schlüsselgewerken, wenn es gilt, Dachgeschosse für sogenannte „flexible microunits“ zu erschließen. Nicht nur Dämmung, Schallschutz, Brandschutz, innovative Fenstereinbauten sind hier gefragt. Oft ersetzen Aufstockungen, Einbauten, interessante Dach- und Gaubenkonstruktionen, Fenstersitze, Loggien, Nutzungsideen für Spitzböden auch gleich eine aufwändige Möblierung. Dachdeckerleistungen tragen mit zum Interior Design bei. „Große Multifunktionsmöbel, die gleichzeitig als Wände fungieren und Räume schaffen, sind gefragt. Möbel, die Regal, Bett und Couch gleichzeitig sind, gehören zum idealen Interior“, berichtet hierzu das Online-Magazin houzz.

 

Das Gute – so nah…

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ Tja, eigentlich ist das falsch zitiert, denn im Goethe-Original heißt es ursprünglich: „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen. Denn das Glück ist immer da.“ Eine Botschaft, die erfreulicherweise immer mehr Menschen auch tatsächlich beim Kauf von Gütern rund ums Wohnen beherzigen. Die Trend­forscher haben ermittelt, dass im fernen Ausland unter womöglich sozial ungerechten Bedingungen gefertigte Billigmöbel (analog zu „Fast Fashion“ gibt es nämlich auch „Fast Furniture“) stark an Akzeptanz verlieren. Regionalität, im Lebensmittel­sektor bereits längst ein Top-Trend, wird bei der Frage nach der Herkunft von Möbeln und Innenausbauelementen nun ebenfalls zu einem wichtigen Kriterium.

Wenn überhaupt noch neue Möbel angeschafft werden, bevorzugen die Käuferinnen und Käufer wieder häufiger Wertbeständiges aus Inlandsproduktion. Ansonsten steigt auch die Nachfrage nach nachhaltiger Wiederverwendung und kreativem Upcycling. Das Spektrum reicht von Einrichtungskonzepten auf der Basis bearbeiteter Europaletten über originelle Sperr­müllverwertung bis hin zu hochwertiger Altmöbel-Umgestaltung, bei der alte Naturtechniken wie die Fassmalerei künstlerische Unikate entstehen lassen.

Wo die Besinnung auf die regionale Herkunft der Ausstattung ansteigt, wird man sich auch wieder stärker des Werts bewusst, den die handwerklichen Leistungen regionaler Betriebe zur Lebensqualität beitragen. Auch wenn derzeit gerade in einer ausgesprochen witzigen und selbstironischen Werbekampagne Scheitern mit Schulterklopfen honoriert und Laien-Lösungen gefeiert werden, wächst insgesamt gleichzeitig die Wertschätzung für das Profi-Können des Betriebs in der Nachbarschaft. Im 100 TOP-Mitgliederverzeichnis finden Sie den passenden Betrieb auch in Ihrer Nähe!