Was macht Dächer Sommer-sicher?

Sinnvolle Schutzmaßnahmen in der warmen Jahreszeit

Die Klimaveränderungen mit immer mehr Extremwetterlagen bringen es mit sich, dass Dach-Eindeckungen inzwischen auch im Sommer durch Unwetterschäden bedroht sind. Wurden im Frühjahr im Rahmen einer Dachwartung alle notwendigen Kontrollen durchgeführt und eventuelle Sturm- und Frostschäden repariert, muss man sich jetzt eigentlich nur nochmals um die Dachrinnen und sonstige wasserableitende Elemente kümmern. Denn hier kann sich bei dem teils schlechten und stürmischen Wetter der letzten Wochen und Monate mehr Laub und Schmutz angesammelt haben als sonst im Sommer. Deutliche Warnzeichen: wenn die Rinnen bei Regenfällen nach vorn überlaufen oder aus Fallrohren das Wasser nur verlangsamt abfließt. Falls Sie eine ausreichend lange Leiter besitzen und ebenso schwindelfrei wie trittsicher sind, dann können Sie (wegen der Sturzgefahr bitte immer unterstützt durch eine Begleitperson!) einfach selbst mal nachschauen. Ansonsten lassen Sie die Lage am besten von Dachprofis überprüfen und gegebenenfalls vorhandenen Reparatur- und Reinigungsbedarf gleich mit erledigen.

Ob schon etwas zu tun ist und wie viel, hängt davon ab, wie stark Ihre Region von den jüngsten Starkwind- und Niederschlagereignissen betroffen war. Blieben die Wetterumstände insgesamt eher günstig, muss in der Regel erst später im Jahr wieder Laubfall beseitigt und das Dach „herbstfein und winterfest“ gemacht werden. Unverzichtbar ist eine professionelle Überprüfung hingegen, wenn es schwere Unwetter mit starkem Hagelschlag gegeben hat oder größere Äste aufs Dach geweht wurden. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass Ziegel oder Dachsteine Brüche erlitten haben und durch diese Schwachstellen Feuchtigkeit eindringen kann. Auch An- und Abschlüsse von Fenstern, Lüftungsauslässen und Schornsteinen sollten stets mit kontrolliert werden. Die 100 TOP-Experten kennen die üblichen Angriffsstellen und wissen, worauf zu achten ist.

 

Weil Blitz-schnell was passieren kann

Die Zunahme von teils heftigen Sommergewittern sollte daran erinnern, auch an einen verlässlichen Blitzschutz zu denken. Blitzeinschläge ins Haus können nämlich nicht nur Schäden im Stromnetz sowie – in älteren Gebäuden gibt es sie noch – metallenen Wasserleitungen verursachen und so zusätzlich dem Mauerwerk schaden, sondern auch Brände auslösen. In beiden Fällen besteht für die Bewohner Lebensgefahr.

Früher waren die meisten Häuser außen mit Blitzableitern ausgestattet, doch leider sind sie ein bisschen „aus der Mode gekommen“. Baurechtlich vorgeschrieben sind sie nämlich nur für Hochhäuser, frei­stehen­de Häuser auf Bergkuppen, Gebäude mit Naturdächern aus Holz, Stroh oder Reet sowie für öffentliche Gebäude mit viel Publi­kums­­verkehr. Dem Verband der Elektro­technik, Elektronik und Informations­technik (VDE) zufolge hat heute nur noch jedes dritte Eigenheim eine Blitzschutzeinrichtung. Ihre Installation ist nämlich mit technischem Aufwand verbunden, da eine Ableitung der elektrischen Energie in die Erde erforderlich ist. Dabei sind Blitzeinschläge inzwischen gar nicht mehr so selten und traten in jüngster Zeit sogar häufiger auf. Es lohnt sich also durchaus, sich zu informieren und über Installations- bzw. Nachrüstungsmöglichkeiten beraten zu lassen. Sowohl das Dachdecker- als auch das Elektrohandwerk können hier weiterhelfen.

Unabhängig von der Planung von Blitzschutz-Nachrüstungsmaßnahmen fürs Haus können und sollten Sie bei nahenden Gewittern einige praktische Sicherheitsregeln beachten. Dazu gehört, alle Dachfenster, sonstigen Fenster und Türen zu schließen und hochwertige technische Geräte vom Netz zu nehmen – ausschalten bzw. herunterfahren, Stecker ziehen. Das gilt besonders dann, wenn innen im Haus kein Überspannungsschutz vorhanden ist. Der unterbricht automatisch den Stromkreis, wenn durch Blitz eine Überlastung auftritt. Ohne geeignete und wirksame Schutzvorkehrungen kann Blitzeinwirkung aufs Hausnetz irreparable technische Schäden hervorrufen. Dann wird beispielsweise unter Umständen nicht nur der PC unbrauchbar, sondern es droht auch kompetter Datenverlust, falls die Daten nur auf lokalen Datenträgern und nicht zusätzlich in einer Cloud gespeichert wurden.

 

Unwetter schlägt nur selten Scheiben ein – aber…

Auch Sicherheitsmaßnahmen ganz anderer Art müssen im Sommer besonders getroffen werden und sollten unbedingt das Dach mit einbeziehen: die Vorbeugung gegen Einbrüche. In den strengen Lockdown-Zeiten waren viele Menschen im Sommerurlaub nicht verreist, die Einbruchstatistik ging entsprechend zurück. Nun machen lang ersehnte Lockerungen und Nachholbedarf wieder reisefreudiger, entsprechend steigt auch das Risiko. Wir hatten ja schon einmal berichtet, dass neuerdings zunehmend selbst Dächer zum Ziel von Einbrecherbanden werden, besonders rückwärtig gelegene, von der Straße schwer einsehbare Dachbereiche.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen, die Sie selbst treffen können, gehört die Beseitigung aller Gerätschaften im Garten und im Bereich der Hauswände, die sich zum Klettern eignen könnten. Einbrecher bedienen sich nämlich gern dessen, was vor Ort verfügbar ist. Sämtliche Leitern deshalb unbedingt in der Garage einschließen!

Bei den meisten übers Dach erfolgenden Einbrüchen wird ein kleines Stück Dach abgedeckt und dann ein Weg durch Dämmung und Verkleidungen geschaffen. Alternativ werden gern Fenster und Dachbalkontüren genutzt, wenn sie sich leicht aufhebeln lassen. Bei 80 % aller Einbrüche über die Fenster ist das der Fall.

Holen Sie also am besten rechtzeitig fachmännischen Rat ein, wie sich Dachflächen, Dachfenster und Dachterrassentüren ergänzend noch einbruchsicherer gestalten lassen. Es gibt neben speziell ab Werk einbruchgesicherten Fenstern zum Neu-Einbau auch nachträgliche Einbruchsicherungen für vorhandene Fenster in Form von abschließbaren Griffen, Rahmenschlössern, Öffnungsbegrenzern bzw. Sicherungsclips / Schwingfunktion-Blockierungen sowie Sicherheitsfolien. Ebenso sind Rollläden erhältlich, die den Einstieg von außen erschweren. Sind sie mit einer programmierbaren Öffnungs- und Schließautomatik ausgestattet, können sie sogar die Anwesenheit der Hausbewohner simulieren und auch auf diese Weise Langfinger abschrecken. Schon kleine Lösungen sind wirksam und dabei ausgesprochen erschwinglich. Aber auch größere Investitionen rechnen sich. Zumal die Steigerung der Sicherheit Ihrer Immobilie vom Staat gefördert wird: durch Zuschüsse der KfW sowie gegebenenfalls Steuervergünstigungen.