Warum Dachdecker immer obenauf sind:

Handwerk macht glücklich!

Geben Sie zum Spaß einfach mal den Satz „Handwerk macht glücklich“ bei Google ein. Sie werden erstaunt feststellen, dass die Suchmaschinen Ihnen mehr als 8,7 Millionen Ergebnisse meldet. Die Millionenstatistik spiegelt wider, was man sich ei­gentlich auch an den zehn Fingern abzählen kann. Handwerksberufe zählen zu den Berufsfeldern, die sowohl wirtschaftlich als auch emotional ausgesprochen zufrieden machen können. Machen wir doch die Probe aufs Exempel und zählen die zehn wichtigsten Vorteile des Dachdeckerhandwerks auf:

  1. Was unabhängig denkende junge Menschen von Anfang an für einen Hand­werksberuf begeistert, ist die große Selbstbestimmtheit. Man ist nicht ange­wiesen auf die Meinung vorgesetzter Entscheider oder Manager, sondern sieht jeden Abend selbst, was man geschafft hat. Und je qualifizierter man ist, desto mehr wird man vom Ausführenden zum Gestalter. Das gibt ein Gefühl besonderer Freiheit. Auch dass man auf der Baustelle oft buchstäblich „über den Dingen“ steht, stärkt dieses Lebensgefühl.
  2. Das Handwerk gehört ganz generell zu den Wirtschaftszweigen mit der größ­ten Vielfalt an Tätigkeiten. Als Dachdecker/in arbeitet man mit besonders vielen verschie­denen Verfahren und hat sehr unterschiedliche Tätigkeitsfelder. So ist man beispielsweise nicht nur für Dächer, sondern auch für Fassaden, Bal­kone, Loggien, Terrassen, Denkmalschutz zuständig. Manuelle Tätigkeiten wechseln mit anspruchsvollen Denk- und Planungsaufgaben. Man ist oft drau­ßen, arbeitet aber auch drinnen. Man beherrscht Arbeitstechniken mit langer Tradition, setzt aber auch Hightech ein. Oft spielen auch noch weitere Fach­gebiete mit ins eigene Gewerk hinein, etwa die Gärtnerei bei Gründä­chern und die Elektrotechnik im Solar-Sektor. Kurz und gut: Das Berufsfeld Dach ist ausgesprochen interdisziplinär.
  3. Das Dachdeckerhandwerk bietet für Freiraum für Talent und Interessen. Man kann kreativ arbeiten, sich auf Fachgebiete konzentrieren, die einen beson­ders faszinieren. Bei einer späteren Selbstständigkeit kann man seine Leiden­schaft sogar zu einem Alleinstellungsmerkmal im Markt machen. Oft fließen dann persönliche Überzeugungen mit ein, etwa in Form einer Spezialisie­rung auf ökologische Projekte, bestimmte Materialien oder Arten von Objekten.
  4. Das Dachdeckerhandwerk ist eine ausgesprochen sichere Branche. Häuser ohne Dächer gibt es nun einmal nicht, sie sind unverzichtbar. Dass nun auch noch die Bevölkerungsentwicklung und der allgemeine Fachkräftemangel den Bedarf steigen lassen, verbessert die Ausgangssituation für Bewerber auf Ausbildungs- und Arbeits­plätze zusätzlich. Ideale Bedingungen – man kann sich den Job wirklich aus­suchen und hat garantiert mehr als nur sein Auskom­men. Immer öfter be­kommt man von den Arbeitgebern attraktive Extras angeboten, etwa eine zu­sätzliche Betriebsrente. Die Erwerbslosenquote für Meisterabsolventen im Handwerk liegt unterhalb der von Akademikern!
  5. Mit dem Dachdeckerberuf kann man sich eine solide wirtschaftliche Basis schaffen und hat gute Verdienstmöglichkeiten. Auch hier muss der Vergleich mit den akademischen Berufen nicht gescheut werden. Das durchschnittliche Lebenseinkommen eines Handwerksmeisters und das eines Fachhochschul­absolventen liegen auf gleichem Niveau, ermittelte eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dass es immer weniger Betriebe und somit weniger Wettbewerb bei hoher Nachfrage gibt, lässt die Stunden­sätze sogar schneller steigen als in vielen anderen Wirtschaftsbereichen.
  6. Ist man Meister oder Meisterin des Dachdeckerhandwerks, ist die Selbständig­keit leicht und schnell zu erreichen. Der Traum von einem eigenen Betrieb ist realistisch und kann oft sogar relativ früh im Berufsleben erfüllt werden. Gera­de jetzt kommen viele Inhaber der erfolgreichen „Baby Boomer“-Generation ins Ruhe­standsalter und suchen Nachfolger für ihre gesunden Betriebe.
  7. Eine Ausbildung im Dachdeckerhandwerk erschließt weitere Entwicklungs­mög­lichkeiten. Wer fachlich fit ist, kann meist früh Führungsver­antwortung in seinem Betrieb übernehmen. Aber auch eine akademische Weiterqualifikation steht einem offen. Seit einigen Jahren ist der Meisterbrief dem Bachelor gleichgestellt. Wer möchte, kann also studieren, das Handwerk ist keine Sackgasse für akademische Ambitionen. Und da kommen durchaus nicht nur Architektur, Bauingenieurwesen oder Stadtplanung in Frage. Ein BWL- oder Marketing-Studium zusätzlich zum Meister ist zum Beispiel eine vorteilhafte Kombination, wenn man später einen größeren Dachdeckerbetrieb führen möchte.
  8. Oft wird vergessen, wie schöpferisch die meisten Gewerke sind. Insbesondere auch das Dachdeckerhandwerk hat eine starke künstlerische Seite, denn es ist schließlich ein wichtiger Teil der Baukunst. Man schafft mit seinem hand­werklichen Können Schönes, das öffentlich sichtbar ist. Das Dachdecker­handwerk bewahrt zum Beispiel Denkmäler und Kirchen, macht Sportstätten und Shopping Malls attraktiv, trägt wesentlich zum Erscheinungsbild von An­wesen, Kommunen und Städten bei.
  9. Wie jedes Handwerk hat auch die Dachdeckerei eine gesellschaftliche Dimen­sion. So bietet es beispielsweise zum Beispiel die Möglichkeit, konsequent Nachhaltigkeit zu praktizieren und aktiv einen Beitrag dazu zu leisten, dass Ressourcen schonend mit Perspektiven für kommende Generationen gebaut wird. Ein Handwerk, mit dem man nicht nur Werte schaffen, sondern auch Werte leben und weitergeben kann. Vielen Meisterinnen und Meistern ist das vor allem auch im Rahmen ihrer Ausbildungsaufgaben ein großes Anliegen.
  10. Unser Ausgangspunkt war die eigene berufliche Lebenszufriedenheit. Am Ende müssen nun unbedingt die Personen stehen, deren Zufriedenheit im Mittel­punkt der Dachdecker-Handwerksleistungen steht: die Bauherrinnen und Bauherren. Was die wortwörtlich „höchste“ aller Handwerkskünste leistet, trägt viel dazu bei, dass sich andere geborgen, wohl und sicher fühlen, gern in ei­nem Gebäude arbeiten, einkaufen, wohnen… Es ist auch ein wichtiger Glücksfaktor, dass man mit seinem Handwerk andere glücklich macht!

So – für die zehn Finger haben die spontan zuammengestellten Glücksargumente also leicht und locker gereicht. Aber es gibt noch weit mehr Argumente! In dem Buch „Glücksschmiede Handwerk“ des Dachdeckermeisters und Motivationstrainers Jörg Mosler (Springer Verlag) finden Sie einen Überblick und viele interessante Einblicke, welche Glücks-Chancen es eröffnet, der Leidenschaft fürs Handwerk zu folgen. Eines der abschließenden Kapitel überschreibt der Autor sehr treffend mit einem Zitat von Steve Jobs: „Die Kraft liegt in euren Herzen und in euren Händen“.

Wer gern einmal über den Tellerrand des eigenen Gewerks schauen will, liest vielleicht gern „Das Glück braucht tiefe Wurzeln: Wie ich durch mein Weingut zum guten Leben fand“ von Winzer Achim Reis (Ullstein). Der Wechsel aus dem Berliner Großstadtleben zurück aufs elterliche Mosel-Weingut beschert Reis „Lebensglück durch sinnvolles Tun, Befriedigung durch Qualität und gute Arbeit – dies alles eingebettet in ein authentisches Gefühl von Heimat, Tradition und Familie“.

Demnächst werden die Ergebnisse eines Glücksforschungs-Projekts erwartet, das die Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschan Handwerks durchgeführt hat. Es geht – so die Ausschreibung – von der Hypothese aus, „dass die Ausübung eines Handwerksberufs selbst entscheidend für das Wohlbefinden sein könnte.“

Erfreuliche Ein- und Aussichten, oder?