Vor dem Wintereinbruch drohen noch ganz andere Einbrüche:
Wenn Diebe durchs Dach kommen

In Deutschland wird alle dreieinhalb Minuten in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen. Das ist der Durchschnittswert – wobei mit der Umstellung auf die Winterzeit die Einbruchszahlen jedes Jahr exponentiell ansteigen. Seit einigen Jahren registrieren die Einbruchsdezernate dabei vermehrt auch Einbrüche übers Dach. Allein in Hamburg und Umland hatte eine eigens eingerichtete Sonderkommission im letzten Herbst über 30 Fälle dieser Art zu bearbeiten.

Jedes Mal waren die Täter ähnlich vorgegangen: Zunächst wird ein schwer einsehbarer, zum Beispiel zum Garten gelegener oder durch eine Gaube vor Sicht geschützter, Teil des Dachs abgedeckt, dann der Dachbalken durchgesägt und zum Schluss die Dämmung nach innen gedrückt oder getreten. Sind die Täter erst einmal im Haus, können sie fast immer in Ruhe das ganze Haus durchsuchen, denn nur wenige Häuser haben Innenraum-Bewegungsmelder. Besonders betroffen sind ruhige Villengegenden. Allein in Hamburg summierte sich der Wert der so erbeuteten Wertgegenstände im vergangenen Herbst auf mehrere Millionen. Aber auch in Mietshäuser und Gewerbebauten, zum Beispiel Ladengeschäfte, wird immer häufiger nach demselben Prinzip eingebrochen.

Zunächst überrascht es, dass eine so zeitaufwändige Einbruchsmethode gewählt wird. Aber es gibt einige Faktoren, die Einbrüche übers Dach begünstigen:

  • Dächer sind oft relativ problemlos zugänglich.
  • Die Gartenseite von allein stehenden Objekten ist in der Regel von der Straße aus nicht einsehbar. Sollten doch einmal zufällig Passanten vorbei kommen, schauen sie zumeist nicht so weit nach oben.
  • Auf den dunklen Dachmaterialien sind die dunkel gekleideten Täter schwerer zu erkennen als vor einer Häuserwand oder vor reflektierenden Fensterflächen.
  • Dächer sind in der Regel wenig gesichert. Während viele Hausbesitzer in Alarm-Technik für Türen und tiefer gelegene Fenster investieren, wird auf die entsprechende Ausstattung von Dachfenstern sowie auf Innenraum-Bewegungsmelder zumeist verzichtet.

„Täter nutzen das Dach als Einstieg, wenn die Gelegenheit dafür günstig ist. Damit sind insbesondere Auf- und Abstiegsmöglichkeiten, gute Fluchtgelegenheiten oder eine besondere Beuteerwartung gemeint. Dachflächen- oder Gaubenfenster sollte man also nicht vernachlässigen und sie in ein gutes Sicherungskonzept mit einbeziehen“, rät deshalb die Polizei-Initiative „Zuhause sicher“ im Internet.

Deutschlandweit können Hausbesitzer sich eingehend beraten lassen, was sie selbst zur Einbruch-Vorbeugung tun können. Unter https://www.polizei-beratung.de/opfer­informationen/beratungsstellensuche/ findet man im Internet mittels Postleitzahl oder Standort die nächstgelegene Beratungs- und Präventionsstelle. Rund 260 gibt es insgesamt. Nehmen Sie auch die Vor-Ort-Beratung der Polizei in Anspruch. Sie kommt direkt zu Ihnen, informiert über Möglichkeiten der Vorbeugung speziell für Ihr Heim und ist genau wie die Beratung in der Präventionsstelle kostenlos.

Informieren Sie sich jeweils gezielt über Einbruchschutz-Möglichkeiten auch für Ihr Dach. Maßnahmen zum Einbruchschutz werden mit bis zu 1.600 Euro über die KfW gefördert! Werden Sie außerdem sofort selbst aktiv, denn Sie können schon heute etwas für mehr Sicherheit tun. Fragen Sie dazu auch Ihren Dachdecker um Rat.

Wer vorbeugt, hat nicht das Nachsehen

Sinnvoll sind zum Beispiel alle Maßnahmen, die ein Hinaufklettern aufs Dach erheblich erschweren, besser noch verhindern. So ist zum Beispiel ein stacheliger Marderschutz für Fallrohre auch für menschliche Kletterer ein unangenehmes Hindernis. Lassen Sie auf keinen Fall im Garten Leitern oder Werkzeug offen herumstehen, wenn Sie das Haus verlassen. Bringen Sie für Klimmpflanzen am Haus nur Rankhilfen an, die sich nicht dafür eignen, dass Menschen daran hinaufsteigen. Dünne Drähte und gespannte Schnüre sind hierfür beispielsweise günstiger als ein festes Gerüst. Schließen Sie nach Möglichkeit nicht nur Gartenmöbel, sondern auch die Mülltonnen weg, da sie gern als Kletterhilfe missbraucht werden. Denn Einbrecher bringen nur wenig Werkzeug mit und bedienen sich ansonsten an dem, was sie vor Ort vorfinden.

Eine professionelle Wartung des Dachs durch Fachleute im Herbst sorgt dafür, dass es keine Schwachstellen in der Eindeckung gibt, die das Einsteigen erleichtern könnten. Ihr Dachdecker berät Sie auch über Sicherungsmöglichkeiten für Gauben- und Dachflächenfenster und baut Ihnen zum Beispiel Fenster mit speziellem Einbruchsschutz ein. In Zusammenarbeit mit dem Elektriker können außerdem auch im Dachbereich problemlos Scheinwerfer mit Bewegungssensoren installiert werden. In den Dachüberstand eingelassene sensorgesteuerte Spots sind ebenfalls ausgesprochen nützlich. Sie reagieren auf Annäherung ans Gebäude und leuchten die Fassade aus, sobald sich jemand Richtung Haus bzw. Dach bewegt. An jeder Immobilie lässt sich mit solchen und weiteren Maßnahmen die Sicherheit deutlich verbessern. Lassen Sie sich Tipps geben und von den Einbruchs-Experten der Polizei Vorschläge machen! Auch die Beratung durch Ihren 100 TOP-Dachdecker ist selbstverständlich kostenlos.