Schöner Anblick und viele Licht-Blicke:

Dächer drinnen und draußen stimmungsvoll beleuchten

Ja, natürlich, es gibt sie, die Feier-Power-Profis, die schon im September ihre glanzvolle weihnachtliche Gala-Inszenierung auf dem Dach und im Garten zu planen beginnen, die Technik dafür frühzeitig in Schuss bringen, alle Glühbirnen rechtzeitig gecheckt haben und pünktlich am 1. Dezember Heim und Grundstück in eine tolle Light-Show verwandeln. WOW!!! Bestaunens- und geradezu beneidenswert!

Aber dann gibt es halt immer auch diejenigen (und sie sind wohl in der Mehrzahl), die sich nicht so gut auskennen oder erst verspätet mitmachen. Zum Beispiel, weil sie am fröhlichen Nikolaustag den Schwur „Dieses Jahr machen wir nix“ bereuen und nun doch noch schnell für Festtagsstimmung sorgen wollen. Oder weil sie zu den Zerstreuten gehören, die der Advent alljährlich urplötzlich überrascht. Darunter sind auch die kauzigen Schussel zu zählen, die der Saison jedes Mal so sehr hinterher hinken, dass man sie fast schon davon abhalten muss, dem Nikolaus statt Stiefel Flipflops vor die Tür zu stellen. Auch die Spontanen kommen noch hinzu, die erst ein Sonderangebot im Baumarkt oder ein Schnäppchen beim Discounter auf die Idee bringt, in letzter Minute noch schnell eine festliche Beleuch­tung anzubringen.

Sie sollen willkommen sein! Denn auch all diese Last-Minute-Dekorierer, Anfänger und Spät(an)zünder bereichern das weihnachtlich-fröhliche Erscheinungsbild ihrer Gemeinden. Sie dürfen also so kurz vor dem Fest der Liebe mit Verständnis ihrer Mitmenschen und natürlich erst recht mit gutem Rat von unseren Fachleuten rechnen.

Letztere haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie sich selbst ohne große Erfahrung und Mega-Ausrüstung noch schnell eine freundliche Festbeleuchtung am Haus und drumherum gestalten lässt:

 

Vorbereitung und Sicherheit

  • Schnäppchen kritisch prüfen! Achten Sie beim Kauf genau auf die Herstellerangaben und verwenden Sie für eine Beleuchtung draußen nur Beleuchtungssysteme, die ausdrücklich dafür zugelassen sind. Sie müssen unbedingt mit einem entsprechendem IP-Code (IP = International Protection) sowie mit dem Siegel GS für Geprüfte Sicherheit gekennzeichnet sein.
  • Verpackungen behutsam öffnen und nicht einfach mit Cutter o. ä. zerschneiden, sonst könnten Kabel oder andere stromführende Teile beschädigt werden.
  • Schauen Sie beim Auspacken von Lichterketten nach, ob alle Kabel unversehrt und die Leuchtelemente vollständig sind. Wenn einige kaputt sind oder fehlen, ist das gefährlich, weil sich dann alle anderen Lämpchen in der Kette überhitzen können. In der Regel enthalten die Packungen deshalb auch Ersatzlämpchen.
  • Auch wenn der Effekt sich erst nach Einbruch der Dunkelheit überprüfen lässt – bringen Sie alle Beleuchtungen bei Tageslicht an. So können Sie besser sehen, was Sie tun, alle Steckverbindungen richtig herstellen und gegen Nässe sichern.
  • Für die Stromversorgung von elektrischen Beleuchtungen eignen sich Gartensteckdosen, Garagen- und feuchtigkeitsgeschützte Außensteckdosen. Legen Sie auf keinen Fall selbst Strom aus dem Haus nach draußen, das muss ein Elektriker machen.
  • Schalten Sie vor jeder Installationsarbeit die Sicherung aus, die zum Stromkreis der versorgenden Steckdose gehört.
  • Niemals mehrere Beleuchtungsketten verbinden, denn jede Lichterkette ist ein in sich geschlossenes System, dessen Elemente in der Leistung genau aufeinander abgestimmt sind.
  • Sind keine Stromzuleitungen vorhanden, können Sie Solar-Beleuchtungen installieren, die sich bei Tageslicht von allein aufladen. Auch die Lichtausbeute eines wolkenverhangenen Himmels reicht dafür aus.
  • Solar-Weihnachtslichter eignen sich nicht nur als Ersatz, sondern auch als Ergänzung von elektrischer Beleuchtung. Sie sparen Strom und sind die beste Vorbeugung gegen Kurzschlüsse.

 

Anordnung und Anbringung

  • Wenn Sie nicht viel Dekoration anbringen möchten, ist es am effektvollsten, die Eingangstür an den Seiten und oben am Sturz entlang mit einer Lichtgirlande zu umrahmen. Auch flexible Girlanden aus natürlichem oder künstlichem Tannengrün eignen sich prima.
  • Zusätzlich lässt sich mit einem Gebinde aus Zweigen, einer großen Schleife oder einem Kranz auf dem oberen Teil der Tür ein Akzent setzen. So heißt die Dekoration Familienmitglieder und Besucher willkommen, und das Haus wirkt schon mit geringem Mitteleinsatz absolut festlich.
  • Ist neben der Tür Platz dafür, lässt sich mit einfachen Maßnahmen, zum Beispiel mit rechts und links jeweils in Augenhöhe aufgehängtem Tannengrün oder wetterfesten bunten Kugeln, eine optische Erweiterung schaffen. Sie lässt die Dekoration gleich größer und eindrucksvoller erscheinen.
  • Wenn es etwas mehr Lichterkette sein darf, ist es sinnvoll, statt der Tür das Vordach zu umrahmen. Man erhält einen ähnlichen Effekt wie mit der Türgirlande, bezieht aber die gesamte Eingangssituation optisch ein.
  • Das Ganze lässt sich noch stimmungsvoll steigern, wenn unterm Vordach ein beleuchtetes Gesteck oder eine zusätzliche Beleuchtung aufgestellt wird. Beliebt sind übergroße „Kutscherlaternen“ aus Metall und Glas mit natürlichen oder batteriebetriebenen Stumpenkerzen.
  • Eine schöne Alternative zu einer Vordachbeleuchtung ist auch eine am bzw. unterm Dachvorsprung angebrachte Lichtdekoration. Horizontal parallel zum Verlauf der Traufe angebracht wirkt sie am Abend schlicht, aber leuchtet großzügig die Breite des Hauses aus.
  • Sehr beliebt sind auch Lichterketten, die wie leuchtende Eiszapfen oder flimmernder „Eisregen“ aussehen. Allerdings fordert ihre Anbringung Geschick und am besten auch Übung. Zudem ist es durchaus aufwändig, vor der Montage die Vielzahl der Birnchen zu kontrollieren.
  • Es versteht sich von selbst, dass für das Aufhängen aller Arten von Lichterketten weder mit Heißkleber improvisiert werden darf noch Löcher in die Dachrinne gebohrt werden dürfen. Es gibt im einschlägigen Handel Klammern und Haken aus Plastik, so dass man auf Nägel und Schrauben weitgehend verzichten kann. Kunststoff ist Metall vorzuziehen, weil er weder leitet noch rostet.
  • Achten Sie auf regelmäßige Abstände der Befestigungselemente.
  • Auch wenn vom Dach hängende Bögen und kleine „Schaukeln“ niedlich aussehen, sind sie nur bedingt zu empfehlen, da sie sich bei Wind in Bewegung setzen und hin und her schwingen können. Das sieht dann nicht mehr schön aus und ist auch riskant, etwa wenn sich Kabel an der Wand aufscheuern oder abgerissen werden.

 

Effekte und Affekte

  • Eine Dekoration des Dachs ist stets besonders ausdrucksstark; sie unterstreicht leuchtend seine abschirmende und schützende Funktion, vermittelt so Geborgenheit und holt zugleich ein Stück vom Funkeln des winterlichen Sternenhimmels aufs Haus.
  • Dass Beleuchtungskörper am oder unterm Dach, unterm Dachvorsprung und Vordach besonders behagliche Gefühle auslösen, liegt daran, dass viel indirektes Licht von ihnen ausgeht. Es wird als wärmer und weicher wahrgenommen.
  • Wer sich eine Dach- oder Fassadendekoration wünscht, aber handwerklich nicht zutraut, kann selbstverständlich immer seinen 100 TOP-Dachdeckerbetrieb einschalten!
  • Oder man entscheidet sich für eine Lösung, bei der die Festbeleuchtung eben nicht am Dach, sondern stattdessen einfach nur in Bodennähe angebracht wird.
  • Anstelle einer leuchtenden Tür- oder Vordachumrahmung können zum Beispiel Garten- oder Kübelpflanzen illuminiert werden, die den Eingang flankieren und so den Eindruck einer Türeinfassung vermitteln.
  • Alternativ oder ergänzend lässt sich vielleicht eine Girlande am Außentreppengeländer anbringen.
  • Bitte auch dafür sowie für die Beleuchtung von Blumenkübeln, die unterm Vordach aufgestellt sind, keinesfalls Innenbeleuchtungen, sondern immer Outdoor-Lichter nehmen!
  • Ist keine Außensteckdose vorhanden, sollte man nicht mit improvisierten Zuleitungen aus dem Haus nach draußen experimentieren (siehe Warnhinweis oben). Stattdessen bietet sich dann an, ersatzweise die Fenster innerhalb des Hauses mit Lichtrahmen oder Lichtvorhängen zu dekorieren und so leuchtende Areale in der Fassade zu schaffen.
  • Wortwörtlich echte „Highlights“ sind leuchtende Gaubenfenster!
  • Bei der Wahl der Beleuchtung sollte Dekorationen mit gelblichen oder warmweißen Birnen der Vorzug gegeben werden. Sie wirken freundlicher als kaltweiße Birnen, die ein sehr „hartes“ Licht abgeben.
  • Im Moment gehören Ton-in-Ton-Tannenbaum-Dekorationen zu den aktuellen Trends – das heißt, der gesamte Baum wird in einer dominierenden Farbe geschmückt. Was im Wohnzimmer abgestimmt aufs Mobiliar elegant aussehen kann, verfehlt jedoch als Beleuchtungskonzept für draußen unter Umständen den Zweck. Einfarbig blaue oder violette Lämpchen können zum Beispiel eher düster als heiter wirken.
  • Sollen unterschiedlich gefärbte bunte Lichter Dach und Fassade zieren, muss die Dekoration großzügiger ausfallen. Einzelne bunte Lichtchen wirken nämlich schnell ein bisschen verloren.

Und last but not least ein Tipp, der für jede Art von Beleuchtung gilt: Auch wenn man stolz auf die festliche Verzierung seines Heims ist, sollte man immer daran denken, all die schönen Lichterketten, Girlanden und Kaskaden abends rechtzeitig auszuschalten – aus Rücksicht auf die Nachbarn, aus Sicherheitsgründen sowie zur Schonung der Umwelt und des eigenen Energiebudgets.