Jedes Dach braucht „Wasserwege“:

Regenableitung – funktional und formschön

Auch wenn der Oktober noch viele sonnige Tage hat, läutet er doch die kühle, regnerische und stürmische Jahreszeit ein. Eine Zeit, in der es auf die perfekte Ableitung aller Arten von Niederschlägen ankommt. Trockene Fassaden und Wände, Dächer und Decken ohne Lecks und Pfützen, Eingangsbereiche ohne Getröpfel und feuchte Treppenstufen, sichere Abstellflächen unter dem Dachüberstand: Für all das sorgt die richtige Dachentwässerung. Professionell und passend zum Gebäude ausgeführt, sieht sie auch noch toll aus und trägt als Verzierung mit zum schönen Gesamteindruck bei.

Wie Fallrohre und Dachrinnen bemessen sein müssen, hängt nicht nur vom Jahresniederschlag ab, sondern auch von der Dachgröße und der Bauart der Abflüsse. Die Berechnungsgrundlagen sind in Form gesetzlicher Vorgaben normiert, die in regelmäßigen Zeitabständen geprüft werden. Angesichts der Tatsache, dass in den letzten Jahren immer häufiger Extremniederschläge zu verzeichnen waren, ist eine solche Aktualisierung unverzichtbar.

 

So läuft´s: Lösungen für jeden Dachtyp

Meist denkt man beim Thema Dachentwässerung zuerst an die klassische, für Steildächer typische Kombination aus außen angebrachten Elementen. Dazu gehören vor allem seitlich parallel zum Ortgang und horizontal vor der Traufe verlaufende Rinnen sowie senkrechte Fallrohre. Die Rinnen fangen das Niederschlagwasser – Regen, Schmelzwasser von Hagel, Graupeln, Eis und Schnee, aber auch Nebel- und Tautropfen – auf; von hier fließt es weiter in Regenfallrohre. Diese sind in der Regel im Bereich der Hausecken angebracht. Sie lassen das Wasser entweder vollständig direkt in die Kanalisation ablaufen, oder es wird ein Teil über eine Regenwasserklappe oder einen Verteiler in einen Sammelbehälter umgeleitet.

Hierzulande sind halbrunde Rinnenformen am gängigsten, aber es gibt auch Varianten mit eckig-kastenförmigem, trapezförmigem oder dreieckigem Querschnitt.

Während bei Steildächern die Wasserableitung gut sichtbar ist, ist von der Entwässerung flacher Dächer meist eher wenig zu sehen. So fällt zum Beispiel kaum auf, dass hinter den horizontal verlaufenden Blenden die Dachfläche selbst stets ein leichtes Gefälle hat. Es sorgt für den nötigen Abfluss und lenkt das Niederschlagswasser ins Ableitungssystem, das an der tiefsten Stelle des Flachdachs angelegt wird und in der Regel hinter der Blende verläuft. Mit der Dachabdichtung verklebte Einbaumanschetten sorgen für den dichten Anschluss.

Bei großen Flächen werden zusätzliche Linienentwässerungen installiert. Sie stellen ein Quergefälle zwischen den Abläufen her, innerhalb des Flächengefälles auf dem Flachdach auf derselben Ebene liegen. Eine weitere Variante für große Flachdächer ist die Schaffung von Gefälle-Landschaften, die mittels keilförmiger Dämmplatten konstruiert werden und eine Wasserableitung über zentrale Entwässerungspunkte gestatten.

Gefällelose oder nur wenig geneigte Flachdächer werden heute praktisch nur noch als Gründächer ausgeführt. Ansonsten ist eine Neigung der Dachflächen unverzichtbar, um der Bildung von Pfützen und nachfolgenden Durchfeuchtungs­risiken entgegen zu wirken.

 

Welches Material für welchen Zweck & Look?

Was das Material der Entwässerungssysteme angeht, hat man bei Steildächern die grundsätzliche Wahl zwischen Kunststoff und Metall. Für Flachdach-Rinnenkörper stehen neben Stahl und Gusseisen außerdem auch noch Lösungen aus Beton (Stahlbeton, faserbewehrter Beton, Polymerbeton) sowie aus Spezialkunststoffen und Kompositbaustoffen zur Verfügung.

Rinnen und Rohre aus Kunststoff sind (auch im do it yourself-Verfahren) leicht zu montieren und günstig. Sie werden besonders gern für Garagen, Carports und Gartenhäuschen empfohlen, eignen sich aber je nach Materialqualität auch für Häuser und bestechen durch ihre Farbvielfalt. Kunststoff kann allerdings mit der Zeit durch die Sonneneinstrahlung porös werden, und Löcher in Kunststoff sind schwerer zu flicken als Löcher in Metall. Für Wohn- und Gewerbegebäude sowie öffentliche Bauten bevorzugt man wegen der größeren Langlebigkeit und den besseren Reparaturmöglichkeiten daher häufig Wasserableitungssysteme aus Metall. Hier kann man zwischen Aluminium, Titanzink, Kupfer und Edelstahl das Material auswählen, das am besten zum Charakter des Gebäudes und zum Budget der Eigentümer passt.

Installationen aus Aluminium besitzen eine lange Haltbarkeit und sind besonders leicht. Ideal zum Beispiel für frei heraus ragende Vordächer mit geringer Tragkraft. Außerdem rostet Aluminium nicht. Allerdings erfordern Alu-Installationen ein wenig Wartungsaufwand. Aluminium lässt sich nämlich nicht löten. Die Verbindungen werden genietet und mit Spezialsilikon abgedichtet. Diese Fugen müssen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ausgebessert werden, damit keine Undichtigkeiten entstehen. Zu den Vorteilen des Materials gehört, dass Aluminiumrinnen und -rohre bereits ab Werk mit verschiedenen Farbbeschichtungen erhältlich sind und sich auch nachträglich gut streichen lassen. So kann man die Optik genau an die Farbe des Dachs anpassen oder mit bewussten Farbkontrasten Akzente setzen. Rinnen und Rohre in der Farbe der Fensterläden verleihen zum Beispiel einem sanierten älteren Haus ganz neuen Charme. Aber auch zurückhaltendes Weiß ist beliebt.

Wasserableitungen aus dem korrosionssicheren, belastbaren Titanzink gelten als fast „unverwüstlich“. Sie sollen – ja nach Herstellergarantie – 15 bis 75 Jahre halten und sind zudem günstig in der Anschaffung. Zwar lässt sich Zink wie Aluminium auch nachträglich streichen, aber meist bevorzugt man die ursprüngliche metallische Oberfläche; sie wird mit den Jahren immer schöner. Weil die natürliche matte, leicht graue Patina einen eigenen ästhetischen Reiz hat, sind Titanzink-Elemente sogar bereits vorbewittert erhältlich. So fallen dann auch Nachrüstungen kaum auf. Titanzink lässt sich sehr gut löten, und wenn doch mal ein Teil ausgetauscht werden muss, ist das abmontierte Stück problemlos fast vollständig recyclebar.

Coole Eleganz strahlen Wasserableitungen aus verzinntem Edelstahl aus. Diese Variante ist im Vergleich zu Alu und Zink noch nicht so lang auf dem Markt, erfreut sich aber wachsender Beliebtheit. Insbesondere in Kombination mit weiteren architektonischen Elementen aus demselben Material, etwa Verblendungen und Edelstahlgauben, begeistern stählerne Wasserableitungen durch ihre zeitlos-moderne, sachliche Optik. Hinzu kommt, dass sich mit Edelstahl interessante Oberflächeneffekte erzielen lassen – von geschliffen oder gebürstet bis hin zu Hochglanz. Edelstahl ist zudem sehr widerstandsfähig. Er hält selbst Temperaturextremen und dem Wurzeldruck eines Gründachs bestens stand und korrodiert allenfalls in salzig-feuchter Meeresluft ein wenig. Anforderungen stellt Edelstahl allerdings an die Montage. Das Material ist nicht ganz leicht zuzuschneiden und sollte besser geschweißt als gelötet werden. Preislich liegen die wertigen Edelstahlprodukte nur knapp unter Kupferdachrinnen und -rohren.

Kupfer gehört zu den traditionsreichsten und wertvollsten Materialien in der Dachdeckerei. Es besitzt ausgezeichnete bauphysikalische Eigenschaften, ist säurebeständig, widersteht jeder Witterung, ist gut zu verarbeiten und außerordentlich haltbar. Der herrliche metallisch-leuchtende Glanz von Kupfer wird im Laufe der Zeit durch eine typische zartgrüne Patina abgelöst, die die Oberfläche mit einer matten Schutzschicht überzieht. Ihre unverwechselbare Farbe und Anmutung wirken eindrucksvoll. Kupfer am Bau strahlt Wertigkeit aus. Kein Wunder, dass viele historische Repräsentationsbauten Dächer, Gauben und Wasserableitungen aus Kupfer besitzen und auch die moderne Architektur das Material wieder entdeckt hat! Wer in Dachrinnen und Fallrohre aus Kupfer investiert, trifft also eine stilsichere Entscheidung. Allerdings fordert Gestaltung mit Kupfer auch Konsequenz, denn es verträgt sich chemisch nicht gut mit anderen Metallen am Gebäude. Kombinationen sind zu vermeiden, sonst drohen unter Umständen Korrosionsschäden. Nicht schädlich, aber unschön grünlich können die Spuren sein, die aus beschädigten Kupferrinnen und -rohren herabtröpfelndes Wasser auf Terrassenbelägen und Eingangsstufen hinterlässt. Eine professionell geplante Verarbeitung und sachkundige Ausführung ist bei Kupfer also besonders wichtig. Perfekt ausgeführt, garantieren kupferne Elemente auf dem Dach dann einzigartige ästhetische Effekte.

Egal, für welches Material man sich entscheidet – stets sind die fachgerechte Installation und regelmäßige Wartung und Reinigung entscheidend für die verlässliche Ableitung aller Arten von Niederschlägen. Natürlich können so manche Arbeiten auch von handwerklich begabten Laien ausgeführt werden, das sei unbenommen. Aber wo es um den Schutz wertvoller Bausubstanz geht, sollte man alle wichtigen Arbeiten in professionelle Hände geben. So ist von der Montage bis hin zur Pflege stets die Funktionstüchtigkeit sicher gewährleistet. Und manche Leistungen gibt es sogar zu besonders vorteilhaften Konditionen im Paket. Beim regelmäßigen DachCheck durch Ihren 100 TOP-Dachdecker zum Beispiel sind Kontrolle und Reparaturen gleich mit inbegriffen.

 

Damit es in den Rinnen immer rinnt…

Eine richtig installierte und rundum dichte Dachentwässerung erfüllt nur dann dauerhaft ihre Aufgabe, wenn man sie vor Verschmutzung und Verstopfungen schützt und außerdem regelmäßig reinigt.

Sehr gut bewähren sich Laubfangeinrichtungen und Schutzgitter, die auf die Rinnen aufgesetzt werden können, um Laubfall und anderen Schmutzeintrag abzuhalten. Ein Großteil der Herbstblätter gelangt dann zum Beispiel gar nicht erst in die Rinne. Was nach dem Trocknen des Dachs nicht der Wind davonträgt, kann bequem weggefegt werden. So muss man nur noch beseitigen, was sich noch auf dem Rinnenboden gesammelt hat. Die Schutzgitter werden in praktischen Längen geliefert. Man kann sie stückweise abnehmen und bequem wieder einsetzen.

Der größte Feind der Dachrinnen ist allerdings nicht der Schmutz, sondern Frost. Gefriert Wasser, das sich in der Dachrinne gestaut hat, dehnt es sich aus. Das kann das Material verformen und beschädigen. Und das Enteisen von Hand ist mühsam und aufwändig. In Gegenden mit häufigem Frostwetter kann es sich daher lohnen, die Dachrinnen durch Einlage von Heizbändern zu beheizen. Zur Wahl stehen je nach Bedarf und Einsatzzweck selbstregulierende und konstant heizende Ausführungen. In Wirtschaft und Industrie sind sie bereits verbreitet. Inzwischen entscheiden sich aber auch immer mehr Eigentümer von Wohngebäuden für diese Möglichkeit, Rinnen und Rohre gegen Frosteinwirkung zu schützen – und den Bereich darunter vor herabfallenden Eiszapfen!

 

Vom Ablauf zum Kreislauf – Regenwasser sammeln und nutzen

Eine gute Wasserableitung ist eine Investition, mit der sich auch hervorragend sparen lässt: Um bis zu 50 Prozent kann ein Durchschnittshaushalt seinen Trinkwasserverbrauch durch geschickte Regenwassernutzung reduzieren. Denken und planen Sie also nachhaltig und beziehen Sie eine Vorrichtung zur Regenwassersammlung mit in Ihr Dachentwässerungssystem ein. Ihr 100 TOP-Dachdeckerbetrieb kann Ihnen interessante Varianten anbieten. Von der einfachen Gießwassertonne bis hin zu großen Zisternenanlagen für die Versorgung von Haus und Garten steht eine große Vielfalt von Möglichkeiten zur Auswahl. „Ein nachhaltiger Umgang mit Regenwasser in Siedlungen hilft Mensch und Umwelt“, stellt das Umweltbundesamt fest und rät dazu, Regenwasser nicht nur für den Garten zu nutzen, sondern auch Einsatzmöglichkeiten im Haushalt mit in Betracht zu ziehen. Regenwasser mit in Haushaltskreisläufe einzuspeisen, ist vor allem bei Neubauten oder Sanierungen interessant, da sich dann das hierfür erforderliche Extra-Leitungsnetz ohne Extra-Aufwand gleich mit installieren lässt.

 

Was so gut wirkt, wirkt auch noch schön!

Früher hat man die Wasserableitung eher als Notwendigkeit gesehen, heute versteht und nutzt man sie auch als Gestaltungselement und bezieht sie architektonisch stärker mit ein. Glänzend, matt oder farbig schaffen Rinnen und Rohre Strukturen, mit denen sich zum Beispiel eine langweilige Fassade interessant unterteilen, ein Bereich „rahmen“, ein ungewöhnlicher Akzent setzen oder eine interessante Begrünung schaffen lässt.

Sehr angesagt sind derzeit coole, metallisch glänzende rechteckige oder Quadratrohre. Ihre markante technische Anmutung macht sie vor jeder Fassade zum echten Hingucker. Der ebenfalls sehr beliebte traditionelle Landhausstil hingegen spielt gern mit kunstvollen Gliederbögen.

Auch Farbkontraste – zum Beispiel dunkle Fallrohre vor cremefarbener Fassade, cooler Edelstahl vor klassischem Rotklinker – werden gern inszeniert. Wer den Charme des Spielerischen schätzt, lässt an den Fallrohren oder Rinnen Zierfiguren anbringen. Vor allem Vögel und „Klettermännchen“ sind beliebt.

Soll die Entwässerung optisch in eine Begrünung des Gebäudes aufgenommen werden, geben Drahtseile oder Fallrohrspaliere Rankpflanzen Halt. Geeignete Arten sind beispielsweise Winden, Reben, Clematis und Ramblerrosen. Ihnen zusätzliche Kletterhilfen zu bieten und stetige Pflanzenpflege zu betreiben ist unverzichtbar. Denn wenn man die Pflanzen einfach wuchern lässt, werden sie irgendwann zu schwer. Hat man ihnen erlaubt, sich direkt rund um die Rohre und ihre Befestigungen zu winden oder sie gar zu hinterwachsen, können sie – besonders bei Wind – die Verankerungen belasten und die Rohre schließlich sogar lockern. Doch solchen Risiken lässt sich ja vorbeugen, und dann hat man viel Freude am guten Miteinander von Natur und Entwässerungstechnik.

Was auch immer sie wünschen und planen, sprechen Sie mit den Fachleuten Ihrer 100 TOP-Dachdeckerei. Hier bekommen Sie fachkundigen Rat, welche Materialien sich für Ihre Immobilie am besten eignen, wie die Entwässerung dimensioniert sein sollte und welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Mit den Profis wird alles gut und schön!