„Im Sommer ist unser Job nicht ganz so cool“:
Arbeit auf dem Dach bei hohen Temperaturen

Der Rekordsommer 2018 macht körperliche Arbeit im Freien ausgesprochen anstrengend – selbst der Bademeister im Freibad ist jetzt nicht immer zu beneiden! Und wer auf dem Dach arbeitet, ist Sonnenstrahlen und Hitze erst recht besonders ausgesetzt. Dachsteine, speziell die dunklen, heizen sich so sehr auf, dass man selbst mit Schutzhandschuhen noch extrem vorsichtig hantieren muss, um sich nicht zu verbrennen. 50 bis zu 90 Grad Celsius können heiße Dachsteine nämlich ohne weiteres erreichen. Und wenn auf Flachdächern Dachbahnen zu verschweißen sind, treiben die offenen Flammen der Gasbrenner die Hitze sogar noch weiter in die Höhe. Lang hält man es dann dort oben nicht aus – und sollte sich auch auf keinen Fall überfordern, denn hohe Temperaturen senken die Leistungsfähigkeit. Man macht schneller Fehler, auch das Unfallrisiko steigt. Mal ganz abgesehen davon, dass Verbrennungen durch überhitzte Dachsteine, Hitzschlag, Dehydrierung und Sonnenbrand drohen.

Sonnenschutzcreme ist also ein absolutes Muss. Wie eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ermittelte, ist die UV-Strahlendosis, denen man auf Baustellen ausgesetzt ist, nämlich fast fünfmal so hoch ist wie die in geschlossenen Arbeitsräumen. Weil frisch eingecremte Haut ein bisschen glitschig ist, trägt man den Sonnenschutz morgens am besten schon zu Hause auf und cremt tagsüber lediglich nach. Auch Sonnenbrillen, Kühlkappen und sonstige Hilfsmittel sind hilfreich und zum Teil sogar unverzichtbar.

Aber trotz solcher nützlichen Mittel und Tricks – eine volle Achtstundenschicht bei großer Hitze ist dann die Ausnahme, zum Beispiel, wenn spezielle Arbeiten das erfordern. Überstunden werden vermieden, schwere Arbeiten sind aufs unvermeidbare Minimum zu begrenzen, und die Betriebe passen nach Möglichkeit auch Arbeitsrhythmus und Arbeitsbedingungen dem Wetter an.
Beispielsweise wird der Arbeitsbeginn auf eine frühere Uhrzeit und kühlere Tagesstunden gelegt. So manches Team fängt jetzt schon um 6 Uhr an. Es gibt zusätzliche Pausen, und spätestens am frühen Nachmittag muss Schluss sein, damit die Gesundheit nicht leidet.

„Hitzefrei“ ist Ermessenssache und nicht rechtlich festgeschrieben, aber gute Arbeitgeber nehmen ihre Fürsorgepflicht sehr ernst und lassen sich so manches einfallen, um die Arbeit auch dann erträglicher zu machen, wenn sie nicht unterbrochen werden kann oder muss. Da werden dann zum Beispiel Sonnenschirme aufgestellt oder zur Beschattung Bau- oder Zeltplanen gespannt, Brauseköpfe an Baustellenschläuche montiert, es gibt ab und an eine Runde Eis oder viel saftiges Obst. So mancher nette Chef betreibt in Eigeninitiative sogar seinen eigenen „Getränkeservice“ und bringt regelmäßig frisches Mineralwasser vorbei, wenn er seine Baustellen abfährt.