„Hygge“ bringt mehr Glück ins Heim:

Der Trend zu skandinavischem Lebensstil

Die „sinnliche Besinnlichkeit“ der Adventszeit und Feiertage ist vorbei, Deko und Tannenbaum sind entsorgt, Plätzchen und Stollen bis auf den letzten Krümel vertilgt, der Alltag hat uns wieder. Aber ach ja, die Sehnsucht nach Harmonie und stimmungsvollen Miteinander bei Kerzenlicht ist noch da… Ganz besonders, wenn es draußen eisig und stürmisch ist und die Kälte-Kapriolen des Wetters es sehr, sehr ratsam erscheinen lassen, im Schutz der eigenen vier Wände zu bleiben! Kein Wunder, dass immer öfter das Thema „Hygge“ ins Spiel kommt, vor allem wenn es um Aus- oder Umbau der in der Regel gemütlichsten Etage, nämlich des Dachgeschosses, geht und sich die Frage nach dem idealen Stil stellt. Weshalb man zu allererst einmal die Frage stellen sollte, was denn Hygge eigentlich ist und warum es so viel zur Lebensqualität beitragen kann, sich damit näher zu beschäftigen.

Also: „Hygge“ ist ein geläufiges dänisches Wort, das sich sehr wahrscheinlich von dem alten skandinavischen Wort „hug“ für „Umarmung“ ableitet. Übersetzt werden muss Hygge gleich mit mehreren Begriffen auf einmal, denn das Konzept lässt sich nicht auf ein einziges deutsches Wort reduzieren. Mit Geborgenheit, Gemütlichkeit, Gelassenheit, Genuss, Gastlichkeit und Geselligkeit ist das Bedeutungsfeld aber schon recht gut umschrieben. Sich zu „hyggen“ bedeutet, vorzugsweise drinnen, gelegentlich auch in der Natur, zusammen mit netten Menschen entspannt ganz im Moment zu sein, es sich behaglich zu machen und in einem schlichten und freundlichen Ambiente an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen.

Besonders das Dachgeschoss bietet ideale Möglichkeiten, einen Raum der Hygge zu widmen und ihn heimelig, komfortabel und kommunikativ zu gestalten, ohne dass man gigantische Summen in die Ausstattung investiert. Denn auch Bescheidenheit ist ein Merkmal des Hygge-Lebensstils.

Lassen Sie sich rund um den Dachausbau durch Handwerksprofis Ihren Vertrauens auch beraten, mit welchen Mitteln ein Hygge-Effekt erzielt werden kann. Wichtig sind zum Beispiel durchdacht angebrachte Fenster, die alles in ein helles, freundliches Licht tauchen. Eine perfekte Dämmung, wegen der geltenden Energiesparregelungen und zur Heizkostensenkung ohnehin nötig, garantiert angenehme Wärme. Durchdachte Aufteilung schafft Rückzugsmöglichkeiten, etwa in Form einer eingebauten Gauben-Sitzgelegenheit zum Träumen und Kuscheln oder einer lauschigen Loggia. Auch natürliche Materialien gehören immer unbedingt zum Hygge-Stil. Sichtbare Bretter und Balken aus Holz passen da ideal. Zugleich spart man Material und Kosten für die Verkleidung, wenn man solche Elemente und Oberflächen teilweise roh lässt oder nur wenig behandelt.

Überhaupt ist Reduktion ein essentielles Hygge-Merkmal. Zwar werden in einschlägigen Lifestyle-Guides gern knisternde Kaminfeuer (ersatzweise Kachelöfen), Kaschmir-Kuscheldecken, Designer-Kerzen und rare Kakaosorten von ausgewählten Plantagen als unverzichtbar empfohlen. Aber darum geht es genau nicht! Die Accessoires sind völlig egal. Selbstbestimmtes Daseinsglück muss sich nicht groß mit Requisiten bevorraten. Einfachheit und Beschränkung aufs Wesentliche und gerade Vorhandene machen unabhängig und deshalb sogar glücklicher. Weshalb ein Beste-Freundinnen-Fernsehabend mit Plüschpantoffeln und hausgemachtem Popcorn ausgesprochen „hyggelig“ ist und Markenchampagner-Schlürfen im Jacuzzi eben eher nicht.

Die Philosophie bedürfnisloser Besinnlichkeit und unkomplizierter Innigkeit ist inzwischen ein internationaler Befindens- und Lifestyle-Trend geworden. Weltweit feiern Bücher und Blogs, Zeitschriften und TV-Beiträge den Hygge-Hype: „Ratgeber wie „Hygge. The Danish Art of Happiness“, „How to Hygge. The Secrets of Nordic Living“ oder „The Book of Hygge. The Danish Art of Well Living“ bevölkern […] die Buchläden, in Los Angeles gibt es eine Hyggebäckerei und am Londoner Morley College konnte man sogar einen Hyggekurs belegen“, meldete Nils Markwardt, leitender Redakteur des Philosophie Magazins, schon 2017.

Zu Recht wird kritisiert, dass Hygge als eine Art lukrativ ausschlachtbare skandinavische Lifestyle-Variante zunehmend kommerzialisiert und damit zum genauen Gegenteil dessen pervertiert wird, was man im Herkunftsland darunter versteht. Sparen Sie sich getrost alle Publikationen, in denen steht, was Sie kaufen müssen, um mit weniger auszukommen! Überlegen Sie lieber zusammen mit einem Dachdecker, der sich auskennt, wie sich auch unter Ihrem Dach ohne Riesen-Aufwand echtes, einladendes Wohn- und Wohlbehagen schaffen lässt, das wortwörtlich einfach glücklich macht.

Man braucht doch eigentlich nicht viel. Lebensfreude liebt die Lässigkeit, Luxus wird schnell Stress. Wenn Sie über „hyggelige“ Gestaltung und Aktivitäten nachdenken, dann genießen Sie dazu einfach und entspannt Kakao vom Kaufmann um die Ecke und sorgen mit einer selbst gegossenen Kerze aus alten Wachsresten für die nötige Erleuchtung.