Haus-Couture
Einmalig – und einmalig schön: die Fassade nach Maß

New York ab dem 4., London ab dem 15., Mailand ab dem 19. und zum Schluss Paris ab dem 25., dazu jede Menge Textil, Mode und Design-Sonderveranstaltungen – der Februar ist einer der wichtigsten Mode-Monate des Jahres. Und wieder einmal werden bei den großen Laufsteg-Défilés die Prinzipien erkennbar, für die man die Haute Couture so sehr bewundert: Sie wird von kreativen Meistern ihres Fachs entworfen und individuell maßgeschneidert. Alles ist mit Sorgfalt bis ins Detail in handwerklicher Qualität gefertigt und präzise ausgeführt. Es werden nur hochwertige Materialien verwendet. Das Ergebnis überzeugt durch seine Ästhetik, beeindruckt die Betrachter und bestimmt sehr wesentlich das Erscheinungsbild. Und jedes Modell gibt es nur einmal, es ist ein Unikat. Passt das nicht alles auch bestens auf das Gewand des Hauses, die Fassade? Anders als die Haute Couture ist die Haus-Couture jedoch ausgesprochen langlebig, eine Investition, die viele, viele Saisons oder sogar Generationen überdauert. Und das, obwohl sie preislich meist deutlich unter den textilen Meisterwerken liegt.

Der Vergleich einer Fassade mit Couture wird auch gern angestellt, um deutlich zu machen, dass die Bekleidung der Hauswand Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdient. „Die Fassade ist nun einmal nicht das Faschingskostüm oder der Jogging-Anzug eines Hauses“, bringt es ein Fachartikel1 auf den Punkt. Zumal die Fassade genau wie ein Kleidungsstück nicht für Schutz und Temperatur-Ausgleich zu sorgen hat, sondern auch den Look und Image bestimmt und neben den verhüllenden zusätzlich repräsentative Aufgaben erfüllt.

Wie für textile Bekleidung stehen für Fassaden die unterschiedlichsten Materialien zur Verfügung, es gibt aktuelle Trends und innovative Technologien. Dank großer Vielfalt findet sich für jede Fassade die gestalterisch und funktional passende Lösung:

  • Vor allem traditionelle, nachhaltige Materialien wie Schiefer, Holz, Naturstein und Klinker – am besten aus regionaler Herstellung – sind derzeit wieder sehr nachgefragt.
  • Ein weiterer Fassaden-Favorit ist Metall. Neben Aluminium und Zink ist der rötlich oxidierende Corten-Stahl besonders modern. Sein Rostton zeigt, dass auch Metall viel Wärme und Natürlichkeit ausstrahlen kann.
  • Faserzement (Eternit) kommt in einer großen Farb-, Struktur- und Formatvielfalt daher. Insbesondere großzügige glatte Fassadenplatten begeistern viele durch ihre klare Optik.
  • Ökologischen Nutzen mit High-Tech-Anmutung ermöglichen Fassadengestaltungen mit Solarelementen. Die coolen Glasoberflächen wirken stylish und unterstützen die umweltschonende Energiegewinnung.

Analog zur Mode gibt es in der Fassadengestaltung ebenfalls sowohl zeitlose Stilrichtungen wie „Vintage Looks“. Wobei die Auffassungen, welche Effekte von Dauer sein sollen, sehr variieren. Um dies einmal am Beispiel Holz zu verdeutlichen: Thermische Behandlungsverfahren ermöglichen inzwischen die Gestaltung von Holzfassaden, die auch nach Jahren noch „wie neu“ aussehen. Ebenso beliebt sind aber andererseits auch Gestaltungen aus besonderen unbehandelten Holzsorten, die scheinbar „altern“. Zwar sind diese Hölzer in der Substanz sehr beständig, an der Oberfläche entwickeln sie jedoch eine schöne silbrige und fast seidige Patina.

Der wichtigste allgemeine und materialübergreifende Fassadentrend ist die wachsende Vorliebe für kreative oder sogar kontrastive Kombinationen. Zum Beispiel Naturstein und Stahl, Backstein und Holz, Beton und Begrünung. Großen Flächen aus nur einer einzigen Materialart nimmt eine abwechslungsreiche Strukturierung die nüchterne Anmutung. Guter fachmännischer Rat hilft Ihnen dabei, aus der Vielzahl der Gestaltungsmöglichkeiten das auszuwählen, was Ihr Gebäude mit einmalig schöner Haus-Couture bekleidet. Fragen Sie Ihren 100 TOP-Dachdecker!

1Hans Kollhoff: Stadt ohne Tradition? Anmerkungen zu einer deutschen Erregung. In: Ulrich Conrads und Peter Neitzke (Hrsg.): Einfach schwierig. Eine deutsche Architekturdebatte. Ausgewählte Beiträge 1993 – 1995. S. 105.