Gute Gestaltung gibt Ihrer Handwerkskunst Gestalt

Aber nicht nur die Firmen, auch die Kunden profitieren von professionellem Design

Ein Muss: Kunden ansprechend ansprechen

„Wer nicht wirbt, verdirbt“, lautet ein alter Spruch. Er klingt erst einmal übertrieben, aber bei näherem Hinschauen ist daran viel Wahres. Denn auch wenn die Auftragsbücher des Handwerks vor allem im Bausektor derzeit oft voll sind, können hohe Wettbewerbsdichte und Billigangebote aus dem Internet es doch für so manchen Betrieb erschweren, die passenden Kunden zu gewinnen und sich im Markt gut zu behaupten. Werbung und ergänzend auch Öffentlichkeitsarbeit sowie weitere Marketingmaßnahmen sind deshalb unverzichtbar.

Die eigene Marke profilieren

Zwar sind Dächer und Fassaden keine austauschbaren Artikel, sondern stets ganz individuelle „Produkte“. Aber auch für diese Ergebnisse handwerklichen Könnens gelten viele Regeln des Marketings für Marken-Konsumgüter. Man kann sie sehr weitgehend analog anwenden oder sogar übernehmen. So gilt es auch in der Dachdeckerbranche, durch die richtigen Kommunikationsmaßnahmen

  • auf sich aufmerksam und seinen Namen bekannt zu machen,
  • die Kunden zu informieren, für welche Leistungen, für welche Qualität und für welche Werte man steht,
  • zu verdeutlichen, worin man sich von den anderen Wettbewerbern unterscheidet
  • den Kunden überzeugende Gründe für eine Entscheidung zugunsten des werbenden Betriebs zu liefern,
  • mögliche Mitarbeiter zu interessieren,
  • die verschiedenen Zielgruppen zur Kontaktaufnahme einzuladen
  • sowie bereits erfolgreich betreute Kunden nochmals zu bestätigen.

Die Mitgliedsunternehmen des 100 TOP Dachdecker-Verbundes verfügen hier über eine solide Grundlage. Vom Mitgliedschafts-Siegel für Firmengebäude und Fuhrpark über Urkunden bis hin zu praktischem Informationsmaterial für Interessentinnen und Interessenten steht ihnen bereits eine Vielzahl von Kommunikationsmitteln zur Verfügung. Doch diese Kommunikationsmittel dienen zur Ergänzung, nicht als Ersatz für den gekonnten eigenen Auftritt.

Zu diesem eigenständigen Auftritt gehört heute in erster Linie eine Website. Immer mehr Interessenten informieren sich zunächst oder sogar ausschließlich online, wenn sie nach einem kompetenten Handwerkspartner suchen. Gedruckte Kommunikationsinstrumente wie beispielsweise Imagebroschüren sind hilfreich, um Verkaufsgespräche vor- oder nachzubereiten. Etwas Besonderes im Handwerk ist, dass auch Angebote eine werbliche Wirkung haben können. Viele Betriebe schenken ihrer Ausgestaltung deshalb besondere Aufmerksamkeit.

Welche sonstigen Maßnahmen fürs eigene Marketing im Einzelnen besonders geeignet sind, hängt davon ab, auf welchen Marktbereich man sein Angebot ausgerichtet hat. Neben den Unter­schieden bei den Tätigkeitsfeldern (Neubau oder Reparatur, Modernisierung, Sanierung, Steil-, Flach oder Gründächer etc.) spielen auch die verschiedenen Zielgruppen eine wichtige Rolle. Privatkunden, Firmenkunden, Wohnungsbau­ge­sellschaften haben schließlich sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Bedarfsprofile, Wünsche und Anforderungen. Das bestimmt auch die Wahl der Marketinginstrumente. So kann es zum Beispiel sehr sinnvoll sein, für private Endkunden eine Ausstellung mit Mustern und Ausführungsbeispielen einzurichten, die die Beratung im Vorfeld eines Auftrags informativ unterstützen. Hat man hingegen hauptsächlich Fachleute als Gesprächspartner und Auftraggeber, ist solch eine Ausstellung nicht unbedingt notwendig. Denn Fachwissen über Materialien und Verfahren kann man bei diesem Personenkreis natürlich als bekannt voraussetzen.

Formen-vollendet kommunizieren

Unabhängig von solchen Zielgruppen-Spezialisierungen gibt es allerdings ein Basis-Marketinginstrument, das jeder Handwerksbetrieb unbedingt nutzen sollte, egal ob Bäckerei oder Kfz-Werkstatt, Goldschmiede oder Dachdeckerei: das Firmen-Erscheinungsbild, meist im Fach-„Denglish“ der Marketingbranche als Corporate Design bezeichnet. Hauptbestandteil ist ein visuelles Element und/oder einer markanter Namens-Schriftzug. Man unterscheidet hier die Varianten Wortzeichen (nur der Namens- bzw. Firmenschriftzug) Bildzeichen (nur ein Signet, auch Logo genannt) sowie Wort-Bild-Zeichen (Kombination aus beidem).

Diese Grundbestandteile ergänzen gestalterische Elemente und Maßnahmen, die das Unternehmens-Erscheinungsbild weiter vereinheitlichen und seine Wirkung verstärken. Zu den Standards gehören zum Beispiel die Auswahl passender Schriften und Vorgaben für die Lackierung der Firmenfahrzeuge in den Hausfarben. Corporate Design-Konzepte können aber noch weit mehr umfassen. Das geht bis hin zu Hinweisen für die Fotografen, wie sie Werbefotos aufnehmen sollen, damit die Bildsprache zum Gesamtkonzept passt.

Eventuell wird das Ganze noch unterstützt durch eine Kernbotschaft oder ein Leistungs­ver­sprechen in Form eines Slogans oder Claims.

Ein eigenes Corporate Design ist für Handwerksbetriebe heute meist eine Selbstverständlichkeit. Spätestens auf der Meisterschule wird den künftigen Chefinnen und Chefs vermittelt, dass es zu Gründung oder Weiterführung eines Betriebs unbedingt dazu gehört, sich damit zu befassen – und die Ausführung unbedingt Profis zu übertragen.

Gerade im Handwerk spielt es nämlich eine große Rolle, dass das Design für den Betrieb von Fachleuten der Gestalter-„Zunft“ handwerklich gut und sauber ausgeführt ist. Der Grund: Mögliche Auftraggeber deuten die Optik einer Firma als Qualitätssignal. Meist geschieht das unbewusst, hinterlässt aber einen nachhaltigen Eindruck. Aus einem improvisierten Firmenauftritt wird beispielsweise gefolgert, dass dann vielleicht auch auf der Baustelle gern mal improvisiert wird. Man kann sich leicht denken, dass das nicht gut fürs Image ist! Es empfiehlt sich also nicht, Urgroßvaters Gründerzeit-Signet für die Website einfach nur zu digitalisieren oder sich ein Erscheinungsbild mit ClipArts aus den Grafiktools seiner PC-Programme zusammenzustellen. Nur ein professionell entwickelter Look kann den Eindruck von Kompetenz überzeugend vermitteln.

Warum das so wichtig ist? Tragen wir einfach mal zusammen, welch vielfältigen Nutzen ein attraktives, schlüssiges Erscheinungsbild hat. Hier 13 Glücksbringer-Regeln für mehr Erfolg durch Design:

  1. Professionelles Corporate Design wirkt auf der Gefühlsebene. Denn Kunden wollen nicht nur wissen, sondern auch spüren.
  2. Farben, Formen, Worte verleihen der Persönlichkeit, dem Charakter des Unternehmens Ausdruck, stimmen so das Publikum positiv ein. „Gestaltung ist nicht Kosmetik und nicht nur Verkaufshilfe, sondern Charakterdarstellung (sofern vorhanden)“, brachte der berühmte Gestalter Kurt Weidemann diesen Effekt augenzwinkernd auf den Punkt.
  3. Ebenso vermittelt das Design auch die Positionierung, also das Selbstverständnis und wofür der Betrieb steht. Ob man es zum Beispiel mit hemdsärmligen Problemlösern, einfühlsamen Kreativen oder coolen Technik-Experten zu tun hat – all das kann Design ohne Worte mitteilen.
  4. Farbe und Form signalisieren: Wir bieten Markenqualität, haben einen hohen Anspruch, hier wird gute Arbeit geleistet!
  5. Was einfach, eingängig und schnell verständlich ist, unterstützt den Weg der Marketing-Botschaft zur Zielgruppe.
  6. Man wird viel schneller wiedererkennbar. Ein Service vor allem auch für die Kunden, weil dies ihnen Orientierung gibt.
  7. Dank Design können zum Beispiel auch Angebots-Anzeigen, Plakate usw. auf den ersten Blick erkannt und dem richtigen Absender zugeordnet werden.
  8. So entsteht Vertrautheit, und daraus wird Vertrauen.
  9. Der Betrieb tut sich im Umfeld der Konkurrenten durch Eigenständigkeit hervor, man wird nicht verwechselt.
  10. Auch die Mitarbeiter sind motivierter, wenn der Look ihrer Firma das Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit stärkt und ihnen nach außen einen guten Auftritt verschafft.
  11. In einheitliches Design zu investieren hilft sparen, denn der geschlossene Auftritt wird leichter wahrgenommen, man muss weniger Kommunikationsaufwand betreiben.
  12. Sind erst einmal die gestalterischen „Bausteine“ da, sind neue Werbemittel schneller konzipiert und produziert. Beides steigert die Wirtschaftlichkeit und verschafft zusätzliche Wettbewerbsvorteile.
  13. Auch für die Kunden rechnet sich das, denn sie müssen keinen überhöhten Werbeaufwand mitbezahlen. Ein Grund mehr, Firmen mit professionellem Design besondere Aufmerksamkeit zu schenken!