Gute Dächer schützen auch die Natur

Nachhaltigkeit: Im Dachdeckerhandwerk eine Selbstverständlichkeit – schon immer, und heute mehr denn je

 

Unser Handwerk bezieht sein Selbstverständnis unter anderem aus der Verbindung von Tradition und Innovation; eine Haltung, der das 100 TOP-Konzept sogar einen besonderen Stellenwert gibt. Ganz besonders groß ist diese Übereinstimmung der Bewahrung von Bewährtem mit großer Bereitschaft zu Neuerungen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Also den bewussten, verantwortungsbewussten Umgang mit allen natürlichen, menschlich-sozialen und wirtschaftlich-materiellen Ressourcen – für mehr Lebensqualität hier und heute, zur Zukunftssicherung für künftige Generationen. Nachhaltig in diesem Sinne hat das Dachdeckerhandwerk übrigens schon gehandelt, ehe das Wort zu einem zentralen Schlüsselbegriff in Medien und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wurde! Schließlich gehört es ja unter anderem zu unseren angestammten Tätigkeiten, Naturmaterialien zu verarbeiten und wertvolle Gebäudesubstanz zu bewahren. Insofern trifft auf unser Gewerk bestens zu, was der Zentralverband des Deutschen Handwerks am 11. März anlässlich seines Forums „Wir denken in Generationen“ für das Handwerk insgesamt formuliert hat: „Nachhaltiges Handeln ist für uns kein Trend, sondern ein über Jahrhunderte gewachsener und bestimmender Bestandteil unserer Identität und Werte. Das deutsche Handwerk lebt Nachhaltigkeit jeden Tag – aus tiefer Überzeugung und in vielen Dimensionen.“

Schauen wir uns doch einfach einmal an, wie und wo 100 TOP-Betriebe Tag für Tag das Prinzip Nachhaltigkeit anwenden, mittragen und umsetzen:

 

Nachhaltige Eindeckungen

Nachhaltige, aus der Natur gewonnene Baustoffe wie Schiefer, Holz, Metall, Reet und Ziegel gehören zu den bevorzugt verarbeiteten Eindeckungsmaterialien. Was in diesem Zusammenhang viele überraschen dürfte: Auch Dachsteine aus Beton sind nachhaltig. Für ihre Herstellung ist kein Brennvorgang erforderlich, so dass die Produktion wenig Energie verbraucht und eine günstige Ökobilanz aufweist. Auch die anderen genannten Materialien zeichnen sich durch ökologische Vorzüge aus. So zum Beispiel die immer beliebter werdenden Metalldächer. Man verwendet je nach Baustil und Budget Aluminium, Edelstahl, Kupfer oder Titanzink. Solche Dächer sind ausgesprochen langlebig, und wenn sie doch einmal ersetzt werden, lässt sich das Material praktisch vollständig wiederverwerten. Mehr Recycling geht nicht! Ein alter, für moderne Bauweisen wieder entdeckter Favorit sind Dachschindeln und Fassadenbekleidungen aus Holz. Dieser natürliche Rohstoff wächst ständig nach, zudem verarbeiten unsere Betriebe Holz aus zertifizierter Waldwirtschaft.

 

Reparaturleistungen statt Neubau,

Erhalt von Substanz durch Sanierungen,

Denkmalschutz

Es liegt auf der Hand, dass es meist nachhaltiger ist, Vorhandenes instand zu setzen und zu erhalten, als es mit großem Energie- und Materialaufwand zu ersetzen. Professionelle Reparaturleistungen unserer Fachbetriebe sorgen dafür, dass Dächer länger halten und die Zeitabstände zwischen Erneuerungen infolge von natürlichem Verschleiß größer werden.

Mit Modernisierungen und Sanierungen tragen die Dachdeckerinnen und Dachdecker außerdem dazu bei, dass ältere Gebäude mit Wohn- oder Nutzwert im Bestand verbleiben und erhalten werden können. Nachhaltigkeit par excellence, denn im Vergleich zu Abbruch und Neubau lassen sich durch Sanierungen etwa bis zu zwei Drittel an Material einsparen! Zudem werden im Zuge solcher Maßnahmen auch gleich umweltschädliche Baustoffe (zum Beispiel Asbest) ersetzt und die Dämmungen verbessert.

Darüber hinaus sorgen Dachdeckereien mit Dachgeschossausbauten dafür, dass ressourcenschonend bauliche Reserven aktiviert werden. Durch unsere Arbeit entsteht mehr Wohnraum, ohne dass dafür in Form von Bauplätzen weitere Landschaftsflächen versiegelt werden muss.

Unverzichtbar sind Dachdecker-Kompetenzen auch für Baudenkmäler: Von der historischen Kirchturmspitze bis zum Kupferdach eines Repräsentationsbaus können Dachdeckerunternehmen Kulturgüter für kommende Generationen erhalten und sie für eine Weiter-, Wieder- oder Neu-Nutzung erschließen.

 

Unterstützung von Energieeinsparung durch Dämmung

Für Dämmarbeiten werden, abgestimmt auf die baulichen Gegebenheiten und Kundenwünsche, die unterschiedlichsten Materialien verarbeitet – von losen Granulaten oder Flocken für Einblasdämmungen bis hin zu flexiblen Matten und starren Platten. Ziel ist immer, Wärmebrücken zu beseitigen und die Heizenergie im Haus zu halten, zugleich aber weiter den Luftaustausch zwischen drinnen und draußen zu ermöglichen, damit das Gebäude „atmen“ kann. Diese Arbeiten kunstgerecht und gewissenhaft auszuführen leistet gleich auf mehreren Ebenen Beiträge zu mehr Nachhaltigkeit. Sie helfen den Verbrauch von Heizenergie erheblich zu senken und Emissionen zu reduzieren, die Umgebung der Gebäude heizt sich weniger auf, es entstehen weniger Umweltbelastungen.

Neben der Dämmung von Dächern, Decken und Außenwänden gehört zum Leistungsprogramm unseres Handwerks auch die Beratung der Kundinnen und Kunden über die energetischen Notwendigkeiten, die wirtschaftlichen Vorteile und die technischen Möglichkeiten. So hilft Beratung außerdem mit, den guten Nachhaltigkeitsgedanken zu verbreiten.

 

Bau von Gründächern

Zu den direktesten Formen, im Dachbereich Natur zu erhalten und zu gestalten, gehören natürlich Gründächer. Sie verbinden Lebensraum für Pflanzen und Tiere (z. B. Bienen, Schmetterlinge, Brutvögel) oder Erlebniswert für die Hausbewohner (Terrassen, Dachgärten) mit vielen positiven Effekten fürs Gebäude und die Umwelt. Die Bepflanzung kann Feinstaub aus der Luft aufnehmen, außerdem wandelt ihr Stoffwechsel CO2 in Sauerstoff um. Beides verbessert die Luftqualität in der Umgebung. Aber nicht nur aufs Klima draußen, sondern auch aufs Gebäudeklima wirkt sich das Gründach günstig aus. Es schützt im Sommer vor Aufheizung, isoliert im Winter und kompensiert ganzjährig starke Niederschläge. Kein Wunder, dass Gründächer Favoriten aller Nachhaltigkeits-Fans sind und immer häufiger in Auftrag gegeben werden! Und auch architektonische Innovationen wie zum Beispiel grüne Fassaden zählen mit zum Repertoire unserer Branche. Das Nachhaltigkeits-Spektrum reicht hier von großflächigen, mit Algen bepflanzten „Aquarienfassaden“ bis hin zu vertikalen Zier- und Nutzgärten.

 

Ausstattung mit Solartechnik

Energieeinsparungen durch Energie-Autonomie: Das ist das Prinzip der modernen Solartechnik. Und auch deren Anbringung fällt mit unter die Aufgaben unseres Gewerks. Wir beraten, konzipieren und installieren Solaranlagen der unterschiedlichsten Größenordnungen. Von Photovoltaik-Modulen fürs Eigenheim über praktische Solarstrom-Carports mit Ladestation fürs Elektroauto bis hin zu großen Flachdach- und Steildachanlagen auf Mietshäusern, Firmen- und Industriegebäuden. Jede Maßnahme trägt mit dazu bei, den Verbrauch endlicher Stromgewinnungs-Ressourcen (Kohle, Erdgas usw.) zu reduzieren. Und inzwischen sind die Anlagenmodule sogar selbst schon extra-nachhaltig, denn ein nicht unerheblicher Teil ist bereits aus recycelten älteren Modulen hergestellt.

 

Nachhaltige Routinen und Prozesse in den Unternehmen

Wer so viel Nachhaltigkeit für andere erzeugt, lebt sie natürlich auch im eigenen Betrieb. Wir 100 TOP-Unternehmen haben die besondere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsprinzipien als freiwillige Selbstverpflichtung sogar mit in unser Werte-Konzept aufgenommen. Für Information und Motivation sorgen beispielsweise regelmäßige Verbundsaktivitäten, die wir diesem wichtigen Thema widmen. Und natürlich wenden wir Tag für Tag wir in den Bürogebäuden, auf den Betriebshöfen und den Baustellen nachhaltige Ablaufroutinen an. Dazu gehört eine breite Palette der unterschiedlichsten Maßnahmen, von der Materialbeschaffung über die Abfallwirtschaft bis hin zu Baustofftrennung und Rückführung von Materialresten und Wertstoffen in die umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die soziale Nachhaltigkeit. In diesen Bereich fallen unter anderem innovative Arbeitszeitmodelle, nachhaltige Gesundheitsförderung und weitere Maßnahmen fürs Mitarbeiterwohl.

Das Thema Nachhaltigkeit ist eben außerordentlich facettenreich, und uns fallen immer wieder weitere kleine und große Ideen ein, über die wir uns im Mitgliederkreis austauschen. Wie kann man sich verstärkt regionale Ressourcen erschließen? Wie entwickelt man durchdachte Einsatzpläne für Firmenfahrzeuge, die Sprit sparen helfen? Mit welchen Maßnahmen schafft man noch familienfreundlichere Strukturen? Welche neuen Angebote für nachhaltige Unternehmensleistungen lassen sich entwickeln? Wie macht man erfolgreich Werbung für nachhaltigere Bauherrenentscheidungen? Und, und, und…

 

Kurzum: Nachhaltigkeit ist und bleibt eine spannende Herausforderung – sie ist unverzichtbar für die Zukunft der Lebensumwelt und Zukunftsfähigkeit unserer Branche. Es begeistert uns immer wieder, uns damit zu befassen und die Entwicklung weiter voranzutreiben. Schließlich haben wir für unsere Arbeit den Anspruch formuliert, Deutschlands beste Dächer zu bauen. Dass sie in jeder Hinsicht möglichst nachhaltig ausgeführt werden, gehört da natürlich unbedingt mit dazu!