Führen heißt Vertrauen schenken
Top-Tipps für jedes Handwerk von einem der besten Köche der Welt

Er genießt international höchstes Renommee und hat die zeitgenössische deutsche Hochküche sehr wesentlich mit geprägt: Der hoch dekorierte Sterne- und Starkoch Harald Wohlfahrt zählt laut New York Times zu den zehn besten Köchen der Welt. Seine „Schwarzwaldstube“ in Baisersbronn erhielt 25 mal und damit öfter als jedes andere Restaurant in Deutschland drei Michelin-Sterne. Doch nicht nur diese grandiose Karriere macht ihn zum einem großartigen Leitbild für jeden Handwerksmeister. Auch sein Führungskonzept beeindruckt und begeistert – sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der Ergebnisse und Erfolge. Ehemalige Wohlfahrt-Mitarbeiter können zusammen 81 Michelinsterne vorweisen, und gleich sechs Dreisterneköche sind aus seiner Ausbildung hervorgegangen. Welche Führungsphilosophie hat Harald Wohlfahrt zu einem so hervorragenden Lehrherrn gemacht?

Am 5. Dezember 2018 war der Sternekoch in der beliebten TV-Sendung „The Taste“ als Juror zu Gast und verriet im Interview, mit welchen Führungsprinzipien er Passion, Motivation und große Erfolge seiner Mitarbeiter gefördert hat:

  • Anfänglich müsse man „die Jungs im Team ankommen“ lassen und ihnen ausreichend Zeit geben, sich im Betrieb zu akklimatisieren.
  • Nur wenn man viel Vertrauen schenkte, erhalte man wertvolle Mitarbeiter, von denen dann auch sehr viel zurückkommt.
  • Es sei wichtig, die Personen nach ihren Talenten einzusetzen und ihnen viel Verantwortung zu übertragen.
  • Bestleistungen beginnen mit bester Ausbildung: Nur gut zu schulen schaffe gute Mitarbeiter, gute Teams und gute Resultate.

Mit seinem leidenschaftlichen Plädoyer für Geduld, engagierte Förderung, wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe und Vertrauen hat der sympathische Sternekoch Prinzipien zusammengefasst, die sich auch in jedem anderem Gewerk bewähren.
Auch das „manager magazin“ hat Harald Wohlfahrts Führungskonzept deshalb sehr beeindruckt1. Im Gespräch mit der Redaktion machte er deutlich, wie wichtig erarbeitete Autorität ist – und wie unverzichtbar dabei die Empathie ist. Es seit gut zu wissen, sagte Wohlfahrt, wie sich jeder Mitarbeiter an seinem Platz fühlt. Die Voraussetzung dafür ist, dass man selbst von der Pike auf gelernt und alle Stationen durchlaufen hat. Zudem sei solchermaßen erarbeitete Autorität immer überzeugender sei als gesetzte Autorität. Und zweitens: „Da kann jemand noch so gescheit sein und noch so eine gute Ausbildung haben – Menschenführung lernt man nicht. […] Man muss Menschen mögen, um Menschen führen zu können.“