Fitness first auf dem First

Gesundheitsbewusst durch die Krise

Wer auf dem Dach arbeitet, muss besonders fit sein. Kraft, Beweglichkeit und Geschicklichkeit sind nicht nur wichtig für die Leistung, sondern auch für die Sicherheit – sowohl des einzelnen wie auch des gesamten Teams. Weil das Arbeiten in großer Höhe besondere Sicherheitsmaßnahmen und Sicherheitskompetenzen erfordert, gehört es von Anfang an zur Dachdecker-Ausbildung, den Umgang mit entsprechenden Verfahren und Systemen zu lernen.

Überhaupt wird in allen Dachdeckerbetrieben viel für die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getan. Genau geregelt sind die gesetzlichen Pflichten des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung, an die man sich konsequent zu halten hat. Dazu gehört eine Vielzahl von Maßnahmen; von der Erkennung und Ausschaltung von Gefahrenquellen und möglichen Belastungsrisiken über die Installation sepzieller Sicherheitsvorkehrungen bis hin zu regelmäßigen Einweisungen in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Abhängig von der Betriebsgröße kann man eigenes Fachpersonal dafür speziell ausbilden lassen und einsetzen oder externe Dienstleister beauftragen. Darüber hinaus ist im Arbeitsalltag natürlich weiterin immer auch das persönliche Sicherheits- und Gesundheitsbewusstsein aller Teammitglieder unverzichtbar. Es gehört zu den zentralen Aufgaben der Führungskräfte, dieses Bewusstsein immer wieder zu schärfen und die Teams zu motivieren. Auf der Baustelle akrobatische Risiken einzugehen oder trotz eines fiebrigen Infekts aufs Dach zu steigen ist nicht cool, sondern einfach nur dumm und eine Gesundheitsgefahr. (So tragisch die aktuelle Corona-Pandemie auch ist, hat sie in dieser Hinsicht eine positive Wirkung, denn sie hat quer durch alle Branchen ungeheuer für das Thema Gesundheits-Verantwortung sensibilisiert und dazu gezwungen, extra-vorsichtiges Verhalten einzuüben.)

All diese Maßnahmen ergänzen oft noch freiwillige Leistungen der Arbeitgeber. Und auch die persönliche Fitness spielt immer eine wichtige Rolle. Wer sich für den Dachdeckerberuf entscheidet, ist in der Regel sportlich, beweglich und hat keine Höhenangst, bringt also prima Grundvoraussetzungen mit. Wichtig ist, diese gute Basis zu erhalten. Das ist nicht allein Sache des einzelnen, sondern auch des Unternehmens.

Je nach Betriebsgröße und den Möglichkeiten im Ort unterhalten Betriebe beispielsweise Firmenmitgliedschaften in Sportvereinen und Fitnessclubs, holen Trainer und Physiotherapeuten zu regelmäßigen Sportangeboten, Yoga und Rückenschule in die Firma oder richten sogar eigene Fitnessräume ein.

Auch für ausreichende Versorgung mit Wasser und Vitaminen wird gesorgt. Denn wenn in großer Höhe bei Sommersonne Arbeiten zu leisten sind, bei denen man schwitzt, ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr für Wohlbefinden und Gesundheit unverzichtbar. Und in fast jedem 100 TOP-Betrieb gibt es fürs Team täglich frisches Obst zur Selbstbedienung.

Zurzeit unterliegen all diese Maßnahmen jedoch natürlich strengen Bestimmungen und Begrenzungen zur Corona-Vorbeugung. Zwar kann unter Beachtung der Abstands-, Hygiene- und Vorsorgeregeln die Arbeit auf den Baustellen an der frischen Luft weiter stattfinden. Aber auf beliebte Indoor-Aktivitäten im Kollegenkreis muss derzeit noch immer verzichtet werden. Und je nach Bundesland sind auch Sportstätten teils nur eingeschränkt nutzbar. Weniger Spaß mit den Kollegen, weniger Entspannung – und das ausgerechnet in einer Zeit, die auch seelisch oft belastend ist und die Laune drückt. Das ist für die Teams nicht immer leicht.

Damit es ihren Mitarbeiterteams trotzdem so gut wie irgend möglich geht, werden Firmenchefs aktiv und handeln zum Beispiel im Partner-Fitnesscenter jetzt Sondertrainingszeiten für ihre Teammitglieder aus. Ganz ideal ist es natürlich, wenn eigene Fitnessräume zur Verfügung stehen; so lässt sich unter Einhaltung eines geregelten Nutzungs- und Hygieneplans weiterhin recht gut das gewohnte Training ermöglichen.

Ansonsten ist auch von den einzelnen Teammitgliedern jetzt mehr Phantasie und Initiative gefragt. Als Alternativen zu Sport in der Halle bieten sich unter anderem Leichtathletik, Radeln und Wassersport an. Gerade zur Sommerzeit erlaubt das Wetter zudem, für den Weg zum Betrieb oder vielleicht sogar zur Baustelle auch mal das Rad zu nehmen. Zusätzliche Ideen, Unterstützung und Informationen erhalten die Firmen von den Betriebssportgemeinschaften. Und last but not least gibt es eine stetig wachsende Zahl von Personal Fitness-Apps mit Trainingseinheiten, die man daheim, im Garten oder der freien Natur absolvieren kann.

Zum Glück sind gerade Programme und Übungsformen sehr im Trend, die viel mit dem eigenen Körpergewicht arbeiten und ohne spezielles Equipment auskommen. So ist man wirklich ziemlich unabhängig. Und diese Art Home-Workout gilt zudem als sehr effektiv.

Besonders wertvoll für den Dachdeckerberuf sind Rückentraining sowie Übungen zum allgemeinen Erhalt der Muskelkraft. Und dann sollte man als Dachdecker die Ernährung nicht nur jetzt, sondern grundsätzlich besonders gelenkfreundlich gestalten, denn insbesondere die Knie werden auf dem Dach zum Teil stark beansprucht.

Wichtig ist, sich durch all die Erschwernisse nicht demotivieren zu lassen. Man muss die Lust auf sportlichen Ausgleich nicht verlieren, wenn gewohnte Freizeitaktivitäten wegfallen: „Kreativ und flexibel sein, es findet sich immer ein Betätigungsfeld für den Bewegungsdrang!“ So kann man der Pandemie mit Schwung und Power trotzen.