Fit für sonnige Aussichten wie für stürmische Zeiten:

Sommerthema Baustellensicherheit

Kurz vor dem Sommerbeginn am 21. Juni ’21 gab’s eine Hitzewelle mit Temperaturen bis 37 Grad, dann folgte mit dem Kaltfront-Tief Ulfert ein drastischer Wechsel. Er brachte eine ausgesprochen stürmische Abkühlung mit reichlich Nass von oben, dazu Winde von teils Orkanstärke. Mit meteorologischen Herausforderungen wie diesen sind die Teams auf den Baustellen im Sommer immer öfter konfrontiert. Mal Tropensonne, mal Sturm, mal Starkregen – wie schützt man sich selbst und andere, und wie schützt man das gerade im Bau befindliche Dach?

Um auf all das gut vorbereitet zu sein, statten die Betriebe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeweils passend aus, führen Schulungen durch und treffen Vorkehrungen durch Handlungsanweisungen sowie die Umsetzung von Aktionsplänen. Wie überall gilt auch hier das bewährte Prinzip der Risikoabwehr, technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen zu kombinieren. Die Sicherheit von Personen hat dabei immer oberste Priorität.

Die technischen Sonnen- und Unwetterschutzmaßnahmen auf den Baustellen unterscheiden sich oft wenig, denn was Schatten spendet, hält auch Regen ab. Da zu jedem Dachprojekt auch ein Gebäude gehört, sind in der Regel genügend Unterstell- und Schutzmöglichkeiten im Inneren geboten. Falls nicht, werden gegen UV-Strahlung leicht und schnell installierbare Abschattungen benötigt – zum Beispiel durch ausgespannte Planen oder mitgebrachte Sonnenschirme. Auch die Fahrerkabinen der Baustellenfahrzeuge können ein wirksamer Schutz sein. Nicht unbedingt gegen Sonne, denn wenn Motor und Klimaanlage aus sind, heizen sie sich zu sehr auf. Dafür sind sie aber bei plötzlichen Unwettern ideal, da allseitig geschlossen und im Regelfall auch – wichtig bei nahen Blitzen – elektrisch abschirmend.

In langen Hitze-  wie Schlechtwetterperioden sorgt man durch gute Organisation dafür, dass das Arbeiten auf dem Dach sicher bleibt und die körperliche Belastung sich in gesunden Grenzen hält. Bei sommerlichen Extremtemperaturen werden zum Beispiel die Arbeitszeiten angepasst und möglichst viele Außenarbeiten in die ganz frühen Morgenstunden vorverlegt. Rotationspläne stellen sicher, dass sich die Teammitglieder abwechseln können und so auf den Einzelnen nur eine dosierte Anzahl Sonnenstunden kommt. Bei extremem Schlechtwetter verlegt gute, flexible Organisation den Großteil der Arbeiten in die Innenbereiche.

Auch die auf einer Baustelle Tätigen selbst müssen natürlich immer eigenverantwortlich aufs Wetter achten. Dachdeckerinnen und Dachdecker sind sogar ausgesprochen gut darin, Wetterzeichen sachkundig zu deuten. Bei Bedarf heißt es dann, umgehend die richtigen Entscheidungen zu treffen. Im Unwetter-Gefahrenfall bedeutet das unter Umständen auch mal, eine Dachbaustelle sehr zügig zu räumen. Sie gehört ja meist zu den höchsten Punkten im Gelände und ist entsprechend Blitzeinschlag-gefährdet. Auch bei aufziehenden Starkwinden gilt: Alles so schnell wie möglich sichern und runter vom Dach!

Zum ganz persönlichen Schutz der Teammitglieder trägt sehr wesentlich auch noch die richtige Ausstattung bei. Wozu bei der starken Sonneneinstrahlung hoch droben auf den Dächern neben speziellen Sonnenbrillen, schützender luftiger Bekleidung und Kopfbedeckungen auch Sonnencremes, Sprays oder Lotionen mit hohem Schutzfaktor gehören – mindestens Faktor 30. Bei der Wahl der Produkte wird darauf geachtet, dass sie sich gut verteilen lassen und schnell in die Haut einziehen. Sie dürfen keinen Klebefilm hinterlassen, beim Festhalten und Arbeiten hoch droben kann schließlich niemand „cremeglitschige“ Hände gebrauchen. Genauso gilt es, den unliebsamen Effekt zu verhindern, dass beim Arbeiten mit Schweiß vermischte Sonnenschutzmittelreste in die Augen laufen können.

Für Betriebe der Baubranche gibt es spezielle Produkte, die den Anforderungen des professionellen Einsatzes gewachsen sind. Sie werden von den Arbeitgebern zur Verfügung gestellt und in jeder Saison erneuert. Nicht aufgebrauchte Sonnenschutzprodukte vom Vorjahr sind nämlich nicht weiter verwendbar. Und schon vor Corona war es selbstverständlich, dass aus Hygienegründen jedes Teammitglied ein eigenes „Pflegesortiment“ bekommt. Gleichwohl gilt aber die Regel, nach Möglichkeit textilem Hautschutz den Vorzug zu geben. Auch Handschuhe sind im Sommer unverzichtbarer Bestandteil der Schutzausstattung, denn insbesondere Metallteile und Dachsteine werden bei starker Hitzeeinwirkung so heiß, dass direkter Hautkontakt sogar Brandblasen verursachen könnte.

Bei hohen Temperaturen ist auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr Teil der Arbeitssicherheit. Wie wir hier im Blog schon mal berichtet hatten, kümmern sich viele unserer Chefs sogar gern ganz engagiert und persönlich darum, dass ihre Teams immer mit reichlich frischem und kühlem Mineralwasser, Eistee und isotonischen Sportgetränken versorgt sind. In den meisten Betrieben gehört auch noch eine gute Versorgung mit Vitaminen dazu: Der bunt gefüllte Obstkorb morgens im Besprechungsraum ist heute eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Und auch sonst wird in allen 100 TOP-Betrieben dafür gesorgt, dass hoch droben alles fit und gesund ist, um Ihr Projekt professionell auszuführen – wie auch immer der Sommer 2021 noch wird!