Eine echte First-Lady auf dem First:
Auszubildende von Fink Bedachungen erringt Landessieg der Dachdecker in Baden Württemberg

Noch sind Dachdeckerinnen in der Branche ja deutlich in der Minderzahl. Aber der Illinger 100 TOP-Meisterbetrieb Fink sorgt gerade erneut dafür, dass sich das ändert: Zum zweiten Mal hat das für seine Ausbildungsqualität ausgezeichnete Unternehmen eine junge Frau ausgebildet. Mit bestem Erfolg: Im Juli wurde die ehemalige Auszubildende Julia Landessiegerin der Dachdecker in Baden Württemberg.

Eine Spitzenleistung – und das nach einer Lehre im Spitzentempo. Die frisch gekürte Siegerin durfte als Abiturientin nämlich eine verkürzte Ausbildungszeit absolvieren. Ein gutes Beispiel dafür, dass eine handwerkliche Ausbildung gerade auch für Abiturientinnen und Abiturienten ausgesprochen attraktiv sein kann. Darüber hinaus hat die Landessiegerin sich ausgesprochen erfolgreich in einer vormalig reinen Männerdomäne behauptet und unter Beweis gestellt, dass auch Frauen den besonderen körperlichen Anforderungen dieses Handwerks gewachsen sind.

Jeden Morgen Sonnenaufgang – und auch sonst rosige Aussichten

Die Entscheidung für die Dachdeckerei fiel nach einem Praktikum beim späteren Ausbildungsunternehmen. Interessant sind die Beweggründe, die Julia nennt. Besonders überzeugt hat sie die Möglichkeit, etwas Bleibendes und Sichtbares zu schaffen und an Gebäuden attraktive Veränderungen zu bewirken. Jeder einzelne Arbeitstag endet damit, dass man sieht, was man geleistet hat, und stolz darauf sein kann. Ebenfalls sehr wichtig ist ihr, dass ihr Sinn für Gestaltung gefordert ist und es sehr befriedigend ist, mit den Händen zu arbeiten. Faszinierend findet Julia zudem die ständige Abwechslung. Vom Supermarkt-Flachdach über das Einfamilienhaus bis zum Kirchendach ist alles dabei. Und auch die besondere Stimmung des Arbeitsplatzes begeistert sie immer wieder: „Das Wetter erlebt man hoch oben immer hautnah, und im Sommer kann man täglich in luftiger Höhe den Sonnenaufgang genießen.“

Weitere Pluspunkte sind die Integration ins Team, die gute Förderung durch den Betrieb und das faire Miteinander: „Die Kollegen machen keinen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Azubis und haben mich sofort alles machen lassen.“ Andere Unterschiede gibt es aber schon – mit sehr positiven Auswirkungen: Frauen im Team lockern die Atmosphäre ein bisschen auf und können oft auch besonders gut mit Menschen umgehen. Das kann zum Beispiel in der Kommunikation mit Kunden ein Vorteil sein.

Dachdecker: Beruf für alle, die steil aufsteigen wollen

Wer so überragende Leistungen erbringt wie Julia, muss sich über die berufliche Zukunft natürlich überhaupt keine Gedanken machen. Aber auch wer nicht ganz so brillant abschließt, hat im Dachdeckerhandwerk beste Chancen. Der Stellenmarkt bietet reichlich Auswahl. Erwirbt man nach dem Gesellenbrief auch noch den Meisterbrief, kann man Führungspositionen erreichen oder sogar einen Betrieb übernehmen oder neu gründen.

„Wir sind offen für alle, die echtes Interesse haben, junge Männer wie junge Frauen“, sagen erfahrene Ausbilder. „Das Abitur ist kein Muss, verkürzt aber die Ausbildung. Und übrigens sind im Handwerk auch Studienabbrecher ausgesprochen willkommen. Viele merken in den ersten Semestern, dass ihnen das Theoretische doch nicht so liegt. Sie sind dann richtig erleichtert und begeistert, wenn sie sich in einer Handwerksausbildung endlich praktischen Aufgaben widmen können. Der Gesellenbrief ist eine respektable Alternative zum Bachelor. Auch finanziell lohnt sich die Entscheidung fürs Handwerk.“

Deshalb unser Tipp an alle Interessierten: einfach mal bei einem 100 TOP-Mitgliedsunternehmen in der Nähe melden und in den Betrieb reinschnuppern. Ganz besonders schnell sollte zum Handy oder Hörer greifen, wer bei Julias Gründen für ihre Berufswahl mehr als zweimal zustimmend genickt hat!