Ein gutes Dach bietet nicht nur Menschen Schutz

Naturgerechte Dämmung und Dachmoderniserung:
Rücksicht auf Wildvögel und Fledermäuse ist Pflicht – und für Tierfreunde auch Herzenssache

Viele Hausbesitzer wissen gar nicht, dass Fledermäuse sowie einheimische Vogelarten wie Mauersegler, Mehl- und Rauchschwalben, Turmfalken und Hausrotschwänze, die an Gebäuden Nester bauen und brüten, unter dem Schutz nationaler und europäischer Gesetze stehen. Da kann durchaus ein Dilemma drohen, wenn man einerseits durch bauliche Maßnahmen wie etwa eine Dämmung Energiespargesetze erfüllen will und andererseits Naturschutzgesetze berücksichtigen soll, die solchen Maßnahmen eigentlich entgegen stehen!

Denn man darf weder Nester noch fürs Nisten genutzte Gebäudestrukturen, zum Beispiel Dachüberstände, Dach- und Mauervorsprünge, einfach so entfernen. Man benötigt eine Genehmigung der Naturschutzbehörde. Meist erhält man sie auch problemlos, selbstverständlich nur für Quartiere, in denen sich keine Eier oder Jungtiere befinden. Aber in der Regel wird die Auflage erteilt, anschließend Ersatz zu schaffen oder die Quartiere wiederherzustellen.

Auch das Dachdeckerhandwerk hat sich dieser Frage schon angenommen; im Vorjahr hat der Zentralverband eigens eine Fachinformation für die Branche erarbeitet. Denn es gibt praktische Möglichkeiten, im Rahmen einer Modernisierung oder Sanierung neue Angebote für Fortpflanzungs-, Ruhe- und Schlafstätten zu schaffen, die ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier ermöglichen. Auch das gehört zu umweltbewusster Fassaden- und Dachgestaltung.