Digital? Ganz normal!

Gerade neue Technologien und Software unterstützen echte Handwerksqualität

Kann man Dächer mit Bits und Bytes decken? Ja, kann man! Intelligente digitale Produkte und Programme, Dienstleistungen und Kommunikationsmöglichkeiten unterstützen Bau, Reparatur und Wartung von Dächern in allen möglichen Bereichen. Es fängt ja schon damit an, dass man von Kunden über die Betriebs-Website gefunden wird – und dann seinerseits mit Navi, Routenplaner oder Google Maps schneller zur Beratung vor Ort oder zur neuen Baustelle findet.

Vieles ist inzwischen längst so selbstverständlich, dass man es sich gar nicht mehr bewusst macht. So sind zum Beispiel aus keinem Handwerkerbüro mehr die Computer wegzudenken. Es gibt spezielle kaufmännische Software für die Branche, dazu noch viele weitere tolle Tools. Beispielsweise Programme, die die Arbeits- und Einsatzplanung unterstützen und jederzeit den Status der Projekte wiedergeben. Oder Trackingsysteme, die das Verfügbarkeits-Management von Maschinen und Fahrzeugen erleichtern. So manches rentiert sich in der Anschaffung natürlich nur bei entsprechender Betriebsgröße. Aber anderes lohnt sich schon vom ersten Mitarbeiter an. So verfügen zum Beispiel alle 100 TOP Dachdecker über eigens für die Mitgliedsbetriebe entwickelte, digital gestützte Qualitäts- – und Personalmanagementsysteme.

Natürlich läuft auch ein Großteil der Beschaffung inzwischen digital ab, beginnend mit den Materialbestellungen bei Herstellern und Baustofflieferanten. Wie wir schon im Blog-Beitrag über die schriftliche Unternehmenskommunikation angemerkt hatten, wird etwas so „Urtümliches“ wie das Faxgerät meist nur noch da eingesetzt, wo eine Original-Unterschrift dokumentiert werden muss.

Was hingegen nicht ganz so bekannt ist: Auch für viele gestalterische Prozesse rund ums Dach steht Digitaltechnik zur Verfügung und wird gern genutzt. Größere Betriebe haben beispielsweise häufig Bauzeichnerinnen oder Bauzeichner mit im Betrieb, die Konstruktionen am Computer planen und berechnen, den Kunden eine visuell überzeugende Vorschau aufs bauliche Endergebnis erstellen können und natürlich auch Pläne fürs Baustellenteam ausdrucken oder an Dienst-Laptops übermitteln. Für komplexere Darstellungs-Anforderungen gibt es auch 3D-Drucker. Mit ihnen kann man sogar ein komplettes Modell des Bauvorhabens produzieren. So viel Aufwand lohnt sich allerdings nur in besonderen Fällen und Größenordnungen.

Spätestens seit die Einhaltung besonderer Kontaktvorschriften die unkomplizierte Face-to-Face-Kommunikation erschwert, sind viele Betriebe äußerst dankbare Intensiv-Nutzer digitaler Kommunikationsmöglichkeiten geworden. Notfalls klärt man eine knifflige Ausführungsfrage jetzt eben mit per Messengerdienst übermittelten Fotos. Allerdings sind bei der digitalen Kommunikation auch wieder strenge Vorschriften einzuhalten: die des Datenschutzes.

Hervorragende Service-Möglichkeiten erschließt Digitaltechnik auch da, wo es gilt, gezielt den Zustand von Dächern und Gebäuden zu erkennen und zu erfassen. Typische Beispiele dafür sind Wärmebildkameras mit den dazugehörigen Programmen, die den Dämmzustand des Hauses und Wärmebrücken sichtbar machen. Immer beliebter werden auch Kamera-Drohnen, die das Dach von oben zeigen können, ohne dass jemand nach oben klettern muss. Insbesondere diese Drohnentechnik ist in manchen Fällen sogar unverzichtbar. Zum Beispiel, wenn nach einem Brand- oder Unwetterschaden das Dach nicht mehr sicher betreten werden könnte, aber für die Schadensermittlung und Vorbereitung der Instandsetzung unbedingt eine genaue Zustandsdarstellung benötigt wird.

Organisation, Büro, Planung, Kommunikation, Dokumentation, Ausführung und Service – für jeden Bereich gibt es heute digitale Lösungen. Es werden immer mehr, und die Möglichkeiten werden immer besser. Und paradoxerweise sind es gerade diese Innovationen, die der handwerklichen Tradition wieder größere Bedeutung, Geltung, ja sogar Freiräume erschließen. Denn je mehr die Meisterinnen und Meister sowie ihre Teams durch smarte Technologien und Programme entlastet werden, desto mehr können sie sich auf die Kundenbetreuung, die kunstvolle handwerkliche Kreativität und die Entwicklung neuer Ideen konzentrieren. „Man hat wieder Zeit fürs Wesentliche“, findet man in den Betrieben, „für das, was die Arbeit eigentlich ausmacht und was an ihr am meisten Spaß macht!“

Kein Wunder, dass Investitionen in IT im Handwerk insgesamt und natürlich auch im Dachdeckerhandwerk stetig ansteigen!