Dach-Landschaften:

Verbindung von Handwerkskunst, Natur und Regionalkultur

Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, wie oft in Geschichten, Gedichten und Reiseberichten von Dächern die Rede ist, wenn das Typische einer Landschaft oder Stadt geschildert werden soll? Oft werden die Dächer sogar zum Orts- oder Heimatsymbol schlechthin. Die „Dächer von Schiefer“ werden mit Heimweh besungen, vom „Silber der Dächer“ ist die Rede oder von den „weiß und rot geschindelten Dächern“ einer fremden Hafenstadt. Und ein finnisches Gedicht bringt es auf den Punkt, wie sehr Dachformen für Vertrautheit oder Fremde stehen: „Erst einmal stolperst du / über die Farben der Dächer: / Rot, Grün, Braun, / ihre Linearität / anders als die Farben und Formen deiner Heimatstadt / Du erkennst: Nie hinterfragst du die Dächer deiner Heimat.“

Was die Literatur bewusst macht, bleibt im Alltag meist unter der Wahrnehmungsschwelle. Vielleicht ist es uns einfach zu selbstverständlich? Es lohnt sich, einmal wieder aufmerksamer darauf zu achten, was Dächer uns eigentlich bedeuten und wie deutlich sie uns vermitteln, dass wir gerade zu Hause oder woanders zu Gast sind. Wie stark Form, Farbe und Material ihrer Dächer eine Region prägen, die Identität mit bestimmen und das Gefühl von Zuhause und Geborgenheit geben.

Ja, Dachdeckerkunst ist ein Stück Regionalkultur. Das weit hinuntergezogene Walmdach, gedeckt mit Holzschindeln oder Ziegeln, verortet uns im Schwarzwald. Schiefer und grüne Fensterläden: So heißt einen die Behaglichkeit der Eifel willkommen. Reet, Fledermausgauben und Kapitänsgiebel sind untrennbar verbunden mit dem maritimen Flair des Nordens, der friesischen Inselwelt. Kupfer-Kunstwerke hoch über der Stadt beeindrucken uns als Teil großstädtischer Repräsentation… Man könnte die Aufzählung noch um so viele Beispiele verlängern!

Entstanden sind die unterschiedlichen Formen und Eindeckungen aus Gegebenheiten und Notwendigkeiten. Dazu gehören das regionale Klima, die Witterungsverhältnisse, die Verfügbarkeit bestimmter Materialien und Verarbeitungsverfahren, Bautraditionen, verbreitete Handwerkstechniken und Ornamentik sowie natürlich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Wo im Lauf der Zeit gewachsene Gemeinden und Städte noch intakt sind, bildet das Miteinander der Dächer der einzelnen Gebäude eine Gesamt-Gestalt, die oft als Dachlandschaft bezeichnet wird. Denn sie besitzt eine ähnliche Unverwechselbarkeit und anheimelnde Ausstrahlung wie eine Naturlandschaft. Eine Zeitlang fand dieser besondere Umstand eher wenig Beachtung, die Attraktivität baulicher Identität wurde verkannt. Aber inzwischen besinnen sich immer mehr Bauherrinnen und Bauherren auf die besondere Qualität und Anmutung, die die Anwendung überlieferter Konstruktionsformen, Verfahren und Materialien entstehen lässt. In den 100 TOP-Mitglieds­betrieben in ihrer Region finden sie die richtigen Ansprechpartner für den Bau von Dächern, die dem örtlichen Lebensgefühl und Stil authentisch Ausdruck verleihen.