Alle Jahre wieder… mal was ganz anderes!

Was rund um Weihnachts- und Neujahrsgrüße richtig und wichtig ist

Zum Jahresende blickt man zurück und nach vorn, möchte Mitarbeiterteam, Kunden und Geschäftspartnern für Gemeinschaft, Geleistetes und Gelungenes danken und gute Wünsche für die nächsten Herausforderungen mit auf den Weg geben.

Erneut hat aber nun die Pandemie die Möglichkeiten für Feiern und geselliges Miteinander erheblich reduziert. Das hat dafür gesorgt, dass man auch in diesem Dezember wieder vermehrt auf andere Kommunikationsformen ausweichen muss: Schriftliche Grüße zu den Feiertagen und Jahreswechsel, die so mancher Betrieb eigentlich reduzieren oder zugunsten von Events hintanstellen wollte, werden plötzlich doch wieder unverzichtbar.

Da nicht unbedingt damit zu rechnen war, dass ein weiterer „Coronawinter“ unsere Pläne über den Haufen wirft, haben nun mal nicht alle Betriebe frühzeitig Grußkarten in Auftrag gegeben. Zum Glück gibt es aber genug Möglichkeiten, das kreativ noch rasch auszugleichen und doch noch rechtzeitig etwas auf den Weg zu bringen – ausge­druckt und per Post, per Mail und/oder online auf der eigenen Website. Mit etwas Überlegung vorweg und guten Ideen bei der Umsetzung können die Botschaften dennoch so echt, liebenswürdig und innig oder witzig werden, wie es dem Stil und  der „Denke“ des Betriebes entspricht:

 

Formvollendet ja, förmlich nein: Die Pandemie-Krise hat uns alle belastet, auch emotional. Mehr als je ist den Menschen bewusst, wie wichtig es ist, zusammen­zuhalten. Also kann man in den Texten auf förmliche Professionalität und höflich-distante Wendungen weitgehend verzichten. Gefühle sind willkommen, der Stil darf lockerer und persönlicher, freundlicher und freundschaftlicher sein. Dies durchaus auch im Kontakt mit Ansprechpartnern, die man weniger kennt bzw. mit denen man seltener zu tun hat.

 

Alles neu macht… auch der Dezember! Wir dürfen uns heute ja auch ganz generell ungezwungener ausdrücken, müssen uns nicht mehr an Konventionen halten. Es müssen also auch nicht immer „besinnliche Feiertage“ und „ein erfolgreiches neues Jahr“ sein. Wünschen Sie anderen doch einfach, was Sie sich selber wünschen! Vielleicht ist das statt der üblichen Besinnlichkeit und Harmonie ja Action und Power, Gewimmel ohne Gebummel, viele, viele nette Kunden und trotzdem für sich selbst genügend freie Stunden? Einfach mal sagen, was Sache ist, frisch von der Leber weg.

Gerade in diesen stressigen Zeiten darf und soll man statt bloß den üblichen „geschäftlichen Erfolg“ gern auch Lebenslust und Leichtigkeit oder Nerven wie Stahlseile wünschen. Auch wenn es gilt, Dank zu formulieren, dürfen Stereotype ersetzt werden. „Wir bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit“ – das haben doch alle schon allzu oft gelesen. Wie wär´s zum Beispiel damit: „Es war eine Freude, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, und auf das Ergebnis können wir alle stolz sein.“ Ein ganz simpler Satz, schlicht und geradeaus. Aber fühlt man sich nicht gleich ein bisschen mehr gemeint, wenn man so etwas liest?

 

It´s never too late to congratulate: Natürlich hat man es wie gesagt am besten, wenn der Weihnachtsgruß schon im Juli in Auftrag gegeben wurde und dann im November gestaltete Grußkarten im Corporate Design fertig konfektioniert für den Versand bereit liegen. Aber auch last minute lassen sich noch schöne und wirksame Lösungen finden. Statt noch eilig und unter Zeitdruck etwas produzieren zu lassen, darf man heutzutage ohne weiteres ganz entspannt Mails versenden. Eine gute Idee ist, das eingesparte Produktionsbudget dann sinnvoll umzuwidmen, zum Beispiel zu einer Spende. Wichtig ist, dass man das begünstigte Projekt dann nicht nur kurz erwähnt, sondern ein bisschen ausführlicher erzählt, was oder wen man bedacht hat und warum. Solche Mails mit persönlichem Touch werden auch in der Vorweihnachtshektik aufmerksam gelesen!

 

Erst malen, dann mailen: Sehr viel Sympathie bekommt man auch, wenn man seinen „elektrischen“ Gruß nicht direkt einfach nur im Mailformat übermittelt. Lieber einen schönen Brief verfassen, den Brief dann, von Hand unterschrieben, sauber einscannen und als PDF an die Weihnachtsmail anhängen. So wird das Digitale gleich wirkungsvoll personalisiert. Besonders gut kommt an, wenn man auch Fotos aus dem Betrieb, eine Zeichnung der Kinder oder Enkel, eine Skizze, einen Planausschnitt oder Ähnliches mit einscannen und einarbeiten kann. So viel Individualität und handgemachte Anmutung heben das Unpersönliche der digitalen Aussendung gänzlich auf.

 

Nicht nur zur Weihnachtszeit: Sorgt extra viel Arbeit auf den Baustellen und im Büro für extreme Zeitnot, darf man sich durchaus auch mal originell von den üblichen Grußkarten-Anlässen verabschieden und statt zum Fest 2021 erst Anfang 2022 mit einer unterhaltsamen Aktion überraschen. Gerade zu Beginn eines neuen Jahres gibt es nämlich eine Reihe interessanter Gedenk- und Aktionstage, die ebenfalls zu lieben und lustigen Grüßen inspirieren können: Am 1. Januar ist zum Beispiel Weltfriedenstag, so dass man in einem Gruß zu diesem Feiertag auch darauf Bezug nehmen und das Thema mit schönen Gedanken erweitern kann. Auch zu Dreikönig kann man Grüße versenden, in vielen Ländern ist dies sogar das Weihnachtsfest der Kinder und wird entsprechend fröhlich begangen. Am dritten Januar-Samstag ist Tag des Deutschen Schlagers. Eignet sich doch prima für klangvolle Grüße! Oder man nimmt zum Weltkuscheltag am 21. Januar einfach mal alle symbolisch in den Arm, denen man fürs Vorjahr danken und für 2022 alles Gute wünschen möchte.

 

Keine Idee? Frag Goethe! Nicht alle Betriebe beschäftigen regelmäßig eine Werbeagentur – und viele Werbeagenturen sind außerdem gerade sehr beschäftigt. Kann man sich trotzdem Grüße texten lassen? Ja, das geht! Zitate, Sprichwörter, Redensarten helfen weiter. Es ist wirksam und wertet den eigenen Text sogar zusätzlich auf, wenn man etwas Kluges aus berufenem Munde mit einflicht. Man kann Zitate & Co. als Aufhänger verwenden und voranstellen, zum Beispiel anstelle der Betreffzeile, oder seine Ausführungen bestätigend damit beschließen. Wenn man eine Klappkarte gestaltet, was dank moderner Bürodrucker eine leicht auch inhouse zu realisierende Alternative zum Auftrag an eine Druckerei ist, setzt man das Zitat am besten in einer interessanten Schrift groß auf den Titel.

 

Die rechten Worte finden:  Die beliebtesten Zitate-Quellen sind natürlich die populären Weihnachtslieder, Gedichte („Von drauß vom Walde komm ich her…“), Erzählungen und Märchen. Doch andererseits ist das, was sich aus diesen Quellen zum Zitieren für erwachsene Zielgruppen eignet, leider schon allzu oft verwendet worden. Da ist es vielleicht doch besser, nochmal schnell nach etwas ungewöhnlicheren Zeilen zu suchen. In unzähligen Online-Zitatesammlungen findet man wunderbare Formulierungen von Dichtern und Denkern, Publikumslieblingen und Promis, auf die man – unter Berücksichtigung der geltenden Regeln! – bequem zurückgreifen kann. Ihre Worte sind oft bestens geeignet, das, was man selbst empfindet, zu belegen oder zu bezeugen, zu verstärken oder zu verdeutlichen.

 

Zitieren, ohne zu plagiieren: Im Prinzip besteht einerseits Zitierfreiheit – andererseits unterliegen aber alle Arten von veröffentlichten Texten – zum Beispiel in Büchern, Kalendern, der Presse, Blogs, auf Instagram – dem Schutz des Urheberrechts und dürfen nicht unbedingt einfach kopiert oder übernommen werden. Ob die Verwendung erlaubt ist, hängt von einigen Faktoren ab. Unkritisch ist sie bei Zitaten berühmter Persönlichkeiten, deren Tod mindestens 70 Jahre zurückliegt. Dann gelten ihre Texte als gemeinfrei. Hier darf man sich nach Herzenslust bedienen, schlägt einfach nach bei Schiller, Dickens, Claudius und Mörike, die glücklicherweise wunderbar mir ihrer gro0en Werkvielfalt im Internet zu finden sind. Auch einschlägige literarische Sammlungen stellen Entsprechendes zur Verfügung, manchmal kann man die Textauswahl sogar direkt auf gemeinfreie Quellen beschränken.

Möchte man lieber Promi-Sprüche oder Gedanken sonstiger Zeitgenossen verwenden, sind allerdings einige Regeln zu beachten: Die Sprüche müssen aus einer veröffentlichten Quelle stammen und dem Zweck der Erläuterung oder Unterstützung individuell und kreativ formulierter eigener Gedanken dienen. Der Wortlaut darf nicht verändert werden, und eine Quellenangabe muss deutlich machen, dass es sich um fremdes geistiges Eigentum handelt und wer der/die Autor/in ist.

 

Damit Einfälle nicht für Reinfälle sorgen: Im Zweifel schaut man vor Integration eines neueren Zitats in seinen Festtagsgruß mit Unterstützung von Google (Suche z. B.: „Zitierfreiheit“ oder „Zitate in Texten verwenden“) nochmal auf einschlägigen Juristen-Websites nach. Einige Kanzleien veröffentlichen nämlich netterweise Checklisten.

Unbedingt zu vermeiden ist der spontane Download von Bildern, längeren Geschichten und vollständigen Gedichten oder Songtexten, die online in Foren, Internetmedien oder auf den Webseiten der Autoren und Gestalter publiziert werden. Man denkt sich nichts dabei, hat aber vergessen, auf die rechtlichen Regeln zu achten. Dann kann die begeisterte Übernahme unter Umständen Kosten nach sich ziehen. Wenn man noch lebenden Künstlern die Verwendung ihrer kreativen Leistung nachträglich entgelten muss, wird es nämlich meist teurer als bei einer Anfrage im Vorwege. Manchmal kommen sogar noch Anwaltshonorare hinzu. In modernen Sprüchesammlungen, Online-Veröffentlichungen von Anlass-Texten und bunten Bilderquellen sucht man sich daher besser nur etwas aus, wenn man sich auskennt oder der Hausjurist sein Okay gegeben hat.

Eine interessante Alternative sind Stockfoto-Sammlungen, von denen einige auch Bilder mit integrierten Texten im Angebot haben. Man kann sich bequem online durchklicken und kaufen, was einem gefällt. Wenn man keine große  Auflage hat, das Motiv nur für Mails verwendet oder seinen Gruß nur kurz online stellt, kann man dort so schon für kleines Geld die nötigen Nutzungsrechte erwerben.

 

Von Hand geht zu Herzen: Nach all den Verweisen auf große Worte großer Dichter wollen wir den Blick abschließend aber nochmal auf die eigenen Möglichkeiten und kleinen Formen richten. Denn eigentlich kann ein Text auch ganz, ganz kurz ausfallen, muss aus kaum mehr als einer Unterschrift bestehen – wenn er von Hand geschrieben ist. Eine hübsche Büttenkarte, darauf ein zarter Strohstern, wenige Worte und eine persönliche Widmung, reichen aus und erreichen die Herzen der Adressaten. Wenn als Festtagsgruß etwas Handgemachtes kommt, passt dies zu Handwerksbetrieben sogar besonders gut. Auch so kann man Kunden und Geschäftspartner, an denen einem besonders liegt, in letzter Minute noch mit einem Festtagsgruß bedenken, der trotz aller Schlichtheit seine Wirkung nicht verfehlen wird.